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11.07.1997 - 

Gerüchte um erzwungenen Abschied von Kurt Dobitsch

Compaq Deutschland vollzieht Wechsel in der Geschäftsführung

Der für Außenstehende abrupt wirkende Ausstieg von Dobitsch war Compaq-Angaben zufolge von langer Hand vorbereitet und geschah einvernehmlich. Dadurch sei es auch gelungen, mit Huy rechtzeitig eine hochkarätige Nachfolgerin zu verpflichten. Die 43jährige Managerin, die zum 30. Juni die Geschäftsführung übernommen hat, kommt von Debis, wo sie als Mitglied des Vorstandes seit Mai 1996 die Leitung des neu gestalteten Geschäftsbereichs Telekommunikation innehatte, dort allerdings aufgrund angeblich zu ehrgeiziger Pläne im Dissens mit Debis-Chef Klaus Mangold vorzeitig das Handtuch warf.

Dobitsch will sich nach 25 Jahren in der IT-Industrie persönlichen Belangen widmen, heißt es in der Begründung für den Stabwechsel in der Führungsetage. Der 42jährige gebürtige Österreicher war seit 1989 als Vertriebsdirektor für Zentraleuropa und ab 1991 als Geschäftsführer der deutschen Dependance für die Texaner tätig.

Trotz der offensichtlichen Bemühungen von Compaq, den Wechsel in der Geschäftsführung als normale Personalie darzustellen, gibt es diverse Spekulationen über die tatsächlichen Hintergründe. Dies um so mehr, da, wie hinter vorgehaltener Hand berichtet wird, bis kurz vor der Bekanntgabe von Dobitschs Rücktritt niemand in München etwas von der für die deutsche Compaq-Tochter gravierenden Entscheidung wußte.

Der deutsche Compaq-Chef war sich mit CEO Eckhard Pfeiffer uneins über dessen seit Monaten propagierte und mit diversen Firmenzukäufen zum Teil bereits realisierte Neuausrichtung des Unternehmens, glauben Insider zu wissen. Dobitsch gilt jedenfalls in der Branche als Verfechter des bis dato von Compaq weitgehend praktizierten indirekten Vertriebs, während Pfeiffer bekanntlich - das mittelfristige Ziel von 40 Milliarden Dollar Umsatz vor Augen - den Wechsel von einer klassischen PC- zu einer Computer-Company forciert und dabei das Produktspektrum, vor allem aber die Vertriebskanäle, entsprechend erweitern will.

Für Schlagzeilen sorgte zuletzt vor rund drei Wochen der Kauf von Tandem Computers - ein Unternehmen, das den Texanern nicht nur den Markt für fehlertolerante Systeme erschließt, sondern auch eine 4000 Mitarbeiter starke, vorwiegend im Direktvertrieb tätige Sales- und Presales-Mannschaft mitbringt, die künftig die gesamte Compaq-Produktpalette vertreiben soll.

Den Unmut Pfeiffers dürfte sich Dobitsch, so andere Mutmaßungen, auch aufgrund der in Deutschland zuletzt enttäuschenden Geschäfte zugezogen haben. Zwar konnte die Compaq Computer GmbH für das Geschäftsjahr 1996 einen von 1,3 auf 1,4 Milliarden Mark gestiegenen Umsatz ausweisen, gemessen an verkauften Stückzahlen verloren die Texaner jedoch im Schlußquartal 1996 im hart umkämpften deutschen PC-Markt einiges an Boden und mußten erstmals Fujitsu ICL an sich vorbeiziehen lassen. Hinter Vobis und SNI wies damit das entsprechende IDC-Ranking für den europäischen Branchenprimus in Deutschland nur noch Rang vier aus.

Compaq-Sprecher Ullrich Esser verwahrte sich gegenüber der CW entschieden gegen die genannten Spekulationen. Die "zuletzt wieder positiveren Marktzahlen sowie Dobitschs Mitwirkung bei den jüngsten Grundsatzentscheidungen im Management" sprächen für sich. Im übrigen wolle man sich zu den Plänen des zurückgetretenen Geschäftsführers nicht äußern. Dobitsch selbst war bis Redaktionsschluß für eine Stellungnahme nicht erreichbar.