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13.03.1998 - 

Umsatz und Gewinn fallen erheblich

Compaq erleidet im ersten Quartal unerwartet heftigen Rückschlag

Noch läuft für Compaq das erste Quartal (Ende: 31. März 1998). Doch die nach Börsenschluß von Chief Executive Officer (CEO) Eckhard Pfeiffer und Finanzchef Earl Mason veröffentlichten Erwartungen für das Geschäftsergebnis waren finster: Gemessen am entsprechenden Zeitraum des Vorjahres dürfte der Umsatz bei rund 4,8 Milliarden Dollar stagnieren. Bei der Gewinn-Verlust-Rechnung kommt der PC-Primus offensichtlich mit einem blauen Auge davon, wenn er eine schwarze Null in seine Bücher schreibt.

Verstopfte Distributionskanäle

Das erfolgsverwöhnte Unternehmen nannte Gründe für das zu befürchtende schlechte Ergebnis: Zum einen leiste sich die PC-Branche einen mörderischen Preiskampf, ergo sei an den Tischrechnern nichts zu verdienen. Zum anderen aber räumte Pfeiffer ein, daß Compaq insbesondere in den USA den Händlerkanal weit über Gebühr mit Rechnern vollgestopft hat: "Wir werden im ersten und zweiten Quartal die Preise erheblich senken und aggressive Werbekampagnen fahren, um die Inventarsituation in den Vertriebskanälen zu entspannen", sagte Pfeiffer.

Er kündigte ferner an, das sogenannte Optimized Distribution Model (ODM) beschleunigt zu installieren. Hinter ODM verbirgt sich Compaqs vergangenen Sommer erstmals vorgestelltes Geschäftsmodell, Rechner nach den Vorstellungen der Kunden zu fertigen (Build-to-order).

Wie enttäuschend das Geschäftsergebnis des ersten Quartals für Compaq sein muß, zeigt eine Gegenüberstellung mit dem vorherigen Vierteljahr, dem Weihnachtsquartal 1997. In diesem konnten die Texaner einen Rekordumsatz von 7,3 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 667 Millionen Dollar erwirtschaften. Richtig ist zwar, daß in den letzten drei Monaten des Jahres immer bessere Ergebnisse erzielt werden als in den drei darauffolgenden eines neuen Jahres. So fiel Compaqs Umsatz im ersten Quartal 1997 gegenüber dem letzten von 1996 um 16 Prozent. Der jetzt avisierte Absturz von rund 34 Prozent fällt denn aber doch sehr heftig aus. Zu bedenken ist allerdings auch, daß Compaq bei gleichem Umsatz vor einem Jahr noch fast 400 Millionen Dollar Gewinn erzielen konnte.

Compaq steht zudem nicht allein: Gerüchte besagen, daß auch die IBM und Hewlett-Packard (HP) von den saisonalen Schwierigkeiten betroffen sein könnten. Demonstrativ gelassen zeigt sich derweil Dell, Compaqs erbitterter PC-Konkurrent. Abgesehen von den üblichen Schwankungen verspüre man keine Schwächung des Geschäfts, sagte Unternehmenssprecherin Michelle Moore.

Einen weiteren Grund für die momentanen Probleme nicht nur bei Compaq, sondern des Marktes, sehen Analysten auch in der Tatsache, daß die Hersteller keine interessanten technologischen Neuerungen zu bieten hätten, der Kunde deshalb wenig animiert sei, neue Rechner zu kaufen. Allerdings kann auch diese Aussage nur eingeschränkt gelten. So weist Dataquest-Analyst Steve Brazier darauf hin, die PC-Nachfrage sei in Europa durchaus "gesund".