Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

31.10.1997 - 

Gates-Company reagiert auf schwere Vorwürfe der Justizbehörden

Compaq ist Zeuge der Anklage bei den Ermittlungen gegen Microsoft

In einem 33 Seiten langen Text dokumentierten Renos Mitarbeiter, wie Microsoft ein rechtskräftiges Urteil unterläuft. Dieses war am 21. August 1995 auf der Grundlage des 1994 mit dem Justizministerium geschlossenen Consent Decree gegen das Redmonder Unternehmen gefällt worden.

Microsoft will Explorer vorinstalliert sehen

Die Behörden argumentieren, dieses Urteil lege eindeutig fest, daß Microsoft die Lizenzierung von Windows 95 an PC-Hersteller nicht davon abhängig machen dürfe, daß diese auch die Browser-Software "Internet Explorer" auf ihren Rechnern installieren. Microsoft verlange das und verstoße damit gegen dieses Urteil.

Darüber hinaus habe Microsoft die Hardware-Anbieter gezwungen, Stillschweigeabkommen über die Lizenzvereinbarungen zu unterzeichnen. So sollte angeblich verhindert werden, daß das Justizministerium die Einhaltung des Urteils von 1995 überprüfen könne. Inzwischen untersuchen auch die Europäische Union (EU) und Japans Fair Trade Commission das Wettbewerbsgebaren des Softwaremolochs.

Gates mißbilligt Compaqs Netscape-Kontakt

Die US-Rechtsbehörde stützt sich bei ihren Vorwürfen auf Aussagen von OEM-Partnern Microsofts. Compaqs für Softwarefragen zuständiger Direktor Stephen Decker erklärte, sein Unternehmen habe einen Button auf der Benutzeroberfläche integrieren wollen, über den Anwender Zugang zu Netscapes Browser "Navigator" erhielten. Daraufhin habe Microsoft postwendend gefordert, diesen Button zu entfernen. Andernfalls werde man die Lizenzvereinbarung für Windows 95 mit Compaq beenden.

Microsoft reagierte inzwischen mit einer eigenen Darstellung auf die Vorwürfe. Den Internet Explorer mit Windows 95 auszuliefern, sei legitim. Damit füge man dem Betriebssystem neue Features und Funktionen hinzu. Seit mehr als zwei Jahren wisse und billige das Justizministerium, daß Microsoft die Browser-Technologie in das Betriebssystem integrieren wolle. In Windows 98 werde diese bisher nur bruchstückhafte Integration komplett vollzogen sein, wie den Behörden längst bekannt sei. Die Berücksichtigung von Internet-Technologien in Windows 95 ist laut Microsoft ein natürlicher Schritt in einem rasanten Innovationsprozeß, dem die Branche seit ihrer Entstehung unterliege.

Was die angeblichen Repressalien gegen PC-Hersteller angehe, so handele es sich um geheime Vereinbarungen zwischen dem Softwarehaus und den Hardwarepartnern. Diese könnten nicht Gegenstand desselben Verfahrens sein, in dem geklärt werde, ob der Internet Explorer als eigenständiges Produkt oder Teil eines Betriebssystems zu betrachten sei.

Microsoft bat das Gericht, eine Vorverhandlung anzusetzen, ehe eine beweiserhebliche Anhörung zu den wesentlichen Vorwürfen des Jusitzministeriums angesetzt werde. So hätte man die Möglichkeit, sich mit den Anschuldigungen auseinanderzusetzen und entlastendes Beweismaterial zu sammeln.