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16.10.1987 - 

Leistungsfähigkeit der neuen PCs übertrifft 2 von Big Blue:

Compaq läßt , die Muskeln spielen

MÜNCHEN (CW) - Den Spekulationen über einen tragbaren 32-Bit-Rechner hat Compaq mit der offiziellen Markteinführung des Portable 386 ein Ende gesetzt. Gleichzeitig stellte das Unternehmen ein neues Tischmodell auf Basis des 80386 vor. Die Leistung der neuen Systeme liegt aufgrund einer Reihe von Detailverbesserungen in der Architektur über derjenigen des Erzrivalen IBM. Dabei ermöglicht ein ebenfalls neu vorgestelltes Softwareprodukt Multitasking unter Windows-- schon vor der Markteinführung von OS/2.

Dieses Produkt heißt Windows/ 386 und wurde gemeinsam von Microsoft und Compaq entwickelt. Unter Windows soll es echtes Multitasking ermöglichen, wobei es den Virtual Mode des Prozessors nutzt. Außerdem kann es, abhängig von der Größe des Hauptspeichers, einer gewissen Anzahl von MS-DOS-Anwendungen jeweils einen Adreßbereich von 640 KB zuordnen und damit diese Programme speicherresident halten. Über eine Kopierfunktion erlaubt es die Übertragung von Daten zwischen einzelnen DOS- oder Windows-Programmen. Windows/ 386 soll bis zum Jahresende allen Käufern einer 386-Maschine von Compaq kostenlos ausgehändigt werden.

Die beiden neuen Compaq-Rechner liegen im High-End-Bereich, auch innerhalb des 32-Bit-Spektrums. So arbeitet die Zentraleinheit des Portable III, der 80386, bei einer Taktfrequenz von 20 Megahertz. Das ist die höchste Taktfrequenz, für die der Prozessor derzeit erhältlich ist. Das Gerät wird in zwei Ausführungen geliefert, die sich in der Kapazität der Festplatte unterscheiden, nämlich 40 und 1 00 MB. Das Diskettenlaufwerk nimmt die AT-üblichen 5,25-Zoll-Floppies mit 1,2 MB auf; ein 3,5-Zoll-Laufwerk ist derzeit auch als Option nicht vorgesehen.

Beide Ausführungen enthalten 1 MB Arbeitsspeicher, der bis auf 4 MB ausgebaut werden kann. Der Plasma-Bildschirm läßt sich im CGA-Modus mit 640 mal 200 oder 320 mal 200 Punkten Auflösung betreiben. Wahlweise kann er auch auf eine eigene Betriebsart mit 640 mal 400 Punkten umgeschaltet werden. Das Gerät, dessen Gewicht 9,1 beziehungsweise 9,6 Kilo (100-MB-Platte) beträgt, läuft unter der ebenfalls neuen MS-DOS Release 3.3 1. Diese zeichnet sich dadurch aus, daß sie Festplatten bis zu einer Größe von 512 MB je Laufwerk verwaltet. Auch für den Betrieb unter OS/2 eignet es sich, ebenso wie für die neue Multitasking-Erweiterung MS-Windows/386. Das Gerät soll zu Preisen von rund 15 000 Mark in der 40-MB-Version oder 19 000 Mark in der 100-MB-Version ab Anfang nächsten Jahres in größeren Stückzahlen lieferbar sein.

Ebenfalls mit einem 20-MHz-80386 arbeitet Compaqs neues Tischmodell Deskpro 386/20. Zur Erhöhung des Durchsatzes ist es mit einem Cache von 32 KB ausgestattet, der durch Intels neuen Cache-Controller-Baustein 82385 angesteuert wird. Als Arithmetik-Coprozessoren stehen wahlweise der 80387 oder ein Weitek-Prozessor zur Verfügung. Der Arbeitsspeicher faßt 1 MB und ist bis auf 16 MB ausbaufähig. Damit lassen sich auch umfangreiche Anwendungen und Datenbestände jenseits des bekannten 640-KB-Limits adressieren, sofern sie nur den LIM/EMS-Spezifikationen entsprechen. Das Gehäuse nimmt sechs Erweiterungskarten im Industriestandard auf, wobei allerdings die Datenbusbreite auf 16 beziehungsweise 8 Bit reduziert wird.

Den Compaq Deskpro 386/20 gibt es in drei Varianten. Wie beim Portable 386 unterscheiden sie sich in der Größe des Plattenspeichers und natürlich im Preis. Es steht je ein Modell mit 60, 130 und 300 Megabyte zur Verfügung. Bei den beiden letzteren liegt die mittlere Zugriffszeit jeweils unter 20 Millisekunden. Hinsichtlich der Diskettenlaufwerke sind die Rechner standardmäßig mit 5,25-Zoll-Laufwerken bestückt; optional sind sie auch mit 3,5-Zoll-Laufwerken für Disketten mit 1,44 MB lieferbar.

Die Preise betragen nach Compaq-Angaben für die drei Modelle 14 000, 18 000 und 24 000 Mark, wobei jeweils Monitor, Grafikkarte und Betriebssystem extra berechnet werden.