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12.11.1998 - 

Apple-Aussage in Zweifel gezogen

Compaq-Manager hilft Microsoft im Monopol-Prozeß

MÜNCHEN (CW) - Compaq-Manager Steven Decker gibt Microsoft Feuerschutz: Im Verfahren gegen die Gates-Company widersprach er schriftlich Vorwürfen, die Apple-Manager Avadis Tevanian gegen den Softwaremonopolisten erhoben hatte.

Apples für Software-Entwicklungen zuständige Senior Vice-President hatte während seiner Befragung vor Gericht unter anderem gesagt, Compaq habe auf Druck von Microsoft die Apple-Technologie "Quicktime" nicht als Bündel mit dem Windows-Betriebssystem auf Compaq-PCs ausgeliefert. Den Grund hierfür habe Decker dem Apple-Manager Philip Schiller so dargestellt: Man habe "sehr viel Angst, irgend etwas zu tun, das Microsoft verärgern könnte".

Decker, bei Compaq im Rang eines Direktors für die Softwarebeschaffung zuständig, widersprach dieser Darstellung in einer schriftlich festgehaltenen Aussage. Tatsächlich habe Apple von Compaq für Version 3.0 von Quicktime Lizenzgebühren verlangt. Dies habe der PC-Hersteller mit dem Hinweis abgelehnt, frühere Versionen der Multimedia-Software habe man auch immer kostenlos bezogen.

Tevanian sagte ferner aus, die Gates-Company habe das auch unter Windows laufende Multimedia-Produkt Quicktime sabotiert. So seien bei der Benutzung von Quicktime plötzlich Fehlermeldungen aufgetaucht. Die meisten industrieweit genutzten Dateiformate, die von Quicktime unterstützt werden, führten unter Windows 98 und dem Browser "Internet Explorer 4.0" plötzlich zu Problemen. Dem Benutzer wurde suggeriert, die Schwierigkeiten ließen sich umschiffen, indem die Dateiformate in solche für Microsofts Quicktime-Konkurrenzprodukte "Active Movie" beziehungsweise "Netshow" umgewandelt werden würden.

Microsofts Rechtsanwalt Theodore Edelman fragte demgegenüber, ob Apple technologische Probleme immer mit der gebotenen Deutlichkeit bei Microsoft angemahnt habe. Hierzu förderte er unter anderem eine E-Mail ans Tageslicht, die Microsoft-Mitarbeiter Cristiano Pierry an die Macintosh-Company geschickt hatte. Dieser elektronischen Post war unter anderem Software beigefügt, die Ablaufprobleme von Quicktime beheben sollte. Diese E-Mails habe Tevanian vor Gericht nicht erwähnt. Apple habe über einen Monat lang nicht geantwortet.

Edelman wollte Tevanian im weiteren auf die Aussage festnageln, Microsoft habe absichtlich Fehlermeldungen in Windows eingebaut, um Quicktime-Benutzer zu irritieren. Da der Apple-Manager keine stichfesten Beweise für diese Aussage beibringen konnte, versuchte der Microsoft-Rechtsanwalt, die Glaubwürdigkeit Tevanians zu erschüttern. Zumindest der Vertreter des US-Justizministeriums David Boies widersprach allerdings der These, Tevanian habe sich und damit der vom Ministerium und 20 Bundesstaaten vorgebrachten Anklage durch seine Darstellungen Schaden zugefügt.