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16.04.1999 - 

Intel angeblich im Plansoll

Compaq reduziert die ursprüngliche Gewinnprognose um die Hälfte

MÜNCHEN (CW/IDG) - PC-Krösus Compaq steckt in Schwierigkeiten. Diesen Schluß ziehen Analysten aus einer Gewinnwarnung der Texaner für das erste Quartal 1999, die vor allem in ihrem Ausmaß überrascht. Die Integration von Digital Equipment scheint aufwendiger als geplant. Prozessorgigant Intel wird dagegen voraussichtlich die Gewinnprognosen der Wallstreet erfüllen.

Die Compaq-Mitteilung sorgte vergangenen Freitag unmittelbar nach Börsenschluß in New York für gedrückte Stimmung. Der Gewinn je Aktie werde, so das Unternehmen in einer Ad-hoc-Gewinnwarnung, im ersten Quartal mit vermutlich 15 Cent weit unter den Erwartungen der Analysten von 32 Cent liegen. Unter dem Strich sei mit einem Nettoertrag von maximal 250 Millionen Dollar zu rechnen; die ursprünglichen Prognosen hatten bei 560 Millionen Dollar gelegen. Auch bei der für die ersten drei Monate des laufenden Jahres geplanten Umsatzentwicklung gelte es, Abstriche zu machen. Hier hatten die Texaner zunächst knapp zehn Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Jetzt werde man Einnahmen in der Größenordnung von lediglich 9,4 Milliarden Dollar ausweisen können, hieß es.

Compaq-Chef Eckhard Pfeiffer begründete das sich abzeichnende enttäuschende Ergebnis mit einer hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Nachfrage sowie dem zunehmenden Preisdruck, vor allem im Geschäft mit Firmenkunden. Letztere Aussage ließ bei vielen Analysten die Alarmglocken schrillen. Noch wenige Tage vor der Gewinnwarnung der Texaner hatten Manager von Compaq-Wettbewerber Dell in Hintergrundgesprächen von einer "gesunden Nachfrage" im PC- und Server-Markt gesprochen. Um so erstaunter reagierten die Börsianer auf die verhagelte Quartalsbilanz von Compaq.

Entsprechend kritisch fielen erste Kommentare aus. Das Unternehmen stecke offensichtlich in strukturellen Schwierigkeiten, man habe die Integration von Digital Equipment unter- und die vermeintlichen Synergieeffekte überschätzt. Zudem sei der Start in den Direktvertrieb alles andere als verheißungsvoll gewesen. In ihrer "Generalabrechnung" mit den Texanern wurden viele Analysten durch eine Mitteilung von Hewlett-Packard (HP) bestärkt. Die Kalifornier hatten unmittelbar nach Compaqs Gewinnwarnung reagiert. Die Umsätze im PC-Geschäft lägen sogar über Plan, hieß es in einer Mitteilung.

Die Misere von Compaq dürfte mit dem nach dem Weihnachtsgeschäft traditionell schwachen ersten Quartal im PC-Markt zu tun haben. Ein Umstand, dem zwangsläufig auch die großen Chiphersteller Tribut zollen müssen. Intel dürfte trotzdem, so die letzten Prognosen an der Wallstreet, mit 1,10 Dollar Gewinn je Aktie die Erwartungen der meisten Analysten erfüllen, was im Vorjahresvergleich einem Plus von 26 Prozent entsprechen würde.

Jahr-2000-Problem

Die damit verbundenen Investitionsrückstellungen bei vielen Anwenderfirmen wirken sich immer heftiger auf die Software-Industrie aus. Beleg für diese These sind nach Ansicht von Experten der US-Investmentbank Merrill Lynch die jüngsten Gewinnwarnungen von Firmen wie Peoplesoft (siehe CW 14/99, Seite 5), Network Associates, Axent, Hyperion Solutions und Documentum. Neben den Anbietern klassischer ERP-Lösungen müßten demnach zunehmend auch Internet- und Netzwerk-Security-Spezialisten mit Umsatzeinbrüchen rechnen.