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19.01.2001 - 

Expertenwissen zu fehlertoleranten Intel-Systemen gefragt

Compaq sichert sich Know-how von Stratus

MÜNCHEN (CW) - Compaq Computer investiert gemeinsam mit Intel Capital und DB Capital Partners 115 Millionen Dollar in Stratus Technologies, einen Anbieter fehlertoleranter Rechnersysteme auf Basis von Intel-Prozessoren.

Die geschäftliche Transaktion erfolgt im Zuge eines Aktienaufkaufs. Die drei Investoren übernehmen die Anteile von Investcorp., einem weltweit agierenden Investmenthaus, das der Hauptanteilseigner von Stratus ist. Stratus und Investcorp. werden allerdings die Anteilsmehrheit an dem Unternehmen behalten.

Der Hersteller ausfallsicherer Server hat mit Compaq und Intel außerdem weit reichende Technologieabkommen geschlossen. Compaq wird nach dieser Vereinbarung Lizenzrechte an von Stratus entwickelten Techniken für fehlertolerante Server erwerben, allerdings keine Stratus-Systeme mit Compaq-Logo vertreiben. Intel plant, gemeinsam mit Stratus Prozessortechnologien für künftige fehlertolerante Systeme zu entwerfen.

Insbesondere die Zusammenarbeit mit Compaq ist interessant: Der texanische Anbieter von PCs, Intel-basierten Servern sowie Hochleistungssystemen, die mit Alpha-Prozessoren arbeiten, hatte sich 1997 mit Tandem den Weltmarktführer bei fehlertoleranten Rechensystemen einverleibt. Die Tandem-Maschinen der "Himalaya"-Serie arbeiten mit Mips-Risc-CPUs sowie einem eigenentwickelten Betriebssystem. Compaq wollte die insbesondere in Banken, bei Telecom-Unternehmen und an Börsen eingesetzten Rechnersysteme auf Alpha-Prozessoren umstellen. Allerdings wird sich die Umrüstung der Tandem-Rechner nach Angaben von Compaq-Sprecher Herbert Wenk noch bis zum Jahr 2002 hinziehen.

Obwohl Compaq sich mit Tandem den erfahrensten Anbieter von Fehlertoleranz-Technologie einverleiben konnte, ist das jetzige Engagement bei Stratus - dem ewigen Zweiten in diesem Marktsegment hinter Tandem - kein Widerspruch. Stratus hat sich mit seinen "ft"-Servern völlig auf die Prozessoren von Intel eingeschworen.

Dieser Umstand begründet auch das gesteigerte Interesse Compaqs an den Lizenzrechten der Stratus-Technologie. Tandem-Systeme der Himalaya-Linie sind nämlich durchgehend fehlertolerant ausgelegt: Nicht nur Softwareelemente wie das Betriebssystem und der Transaktionsmonitor sind auf Ausfallsicherheit getrimmt, sondern auch alle Hardwarekomponenten. Hier aber haben Intel-Prozessoren noch ihre Probleme: Um wirklich fehlertolerant operieren zu können, müssen die CPUs beispielsweise untereinander kommunizieren und sich gegenseitig im so genannten Log-step-Verfahren mitteilen können, in welchem Stadium der Arbeit sich die einzelnen Prozessoren jeweils gerade befinden. Diese technische Finesse beherrschen Intel-CPUs noch nicht. Sie sind historisch gesehen nicht auf die Belange von Höchstleistungs-Fehlertoleranzsystemen ausgelegt.

Stratus vollzog mehrmals einen Architekturwechsel: 1992 war das Unternehmen von Motorolas "680X0"-Cisc-Prozessoren auf Intels "860"-Risc-CPUs umgestiegen, dann setzten die Amerikaner mit den Continuum-Systemen auf HPs PA-Risc-Plattform. Schon damals aber versuchte Stratus, zunächst wenig erfolgreich, mit den "Radio-Server"-Systemen auch auf der Intel-Plattform Fuß zu fassen.

Stratus Technologies ist in Luxemburg beheimatet, die Tochter Stratus Computer jedoch in den USA stationiert. Lizenzrechte für Produkte vergibt ein Ableger, der ebenfalls in Luxemburg sitzt.