Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.05.2001 - 

Preiskrieg der PC-Giganten in vollem Gange

Compaq stärkt den Service

MÜNCHEN (CW) - Der Preiskampf im PC-Geschäft ist in vollem Gange: Während Dell versucht, mit Kostensenkungen die Margen trotz geringerer Produktpreise zu erhalten, haben nun auch Mitbewerber Compaq und Hewlett-Packard Preissenkungen angekündigt.

Das Statement von Dell auf einer Technologiekonferenz in New York kürzlich war klar: Die Kosten werden "schonungslos" eingefroren. Das bedeutet die Entlassung von 3000 bis 5000 Mitarbeitern. Der rigorose Sparkurs erlaube es, die Margen trotz niedriger Verkaufspreise zu erhalten und den Marktanteil weiterhin auszubauen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der PC-Direktversender mit Preissenkungen Aggressivität signalisiert. Mit Abschluss des ersten Quartals 2001 gelang es ihm, dem stärksten Konkurrenten Compaq im amerikanischen Markt für Intel-Server den Rang abzulaufen. Dell führt nunmehr mit 38 Prozent Marktanteil vor Compaq mit 32 Prozent, weit abgeschlagen folgen IBM (13 Prozent), Gateway (sechs Prozent) und Acer (3,1 Prozent).

Compaq will massiv dagegensteuern, um wieder an die Spitze zu kommen. Anlässlich einer Analystenkonferenz in New York sprach CEO Michael Capellas von einem "Preiskrieg", der weiter fortschreiten werde. Compaq wolle "ebenso aggressiv reagieren, wie alle anderen". Vor allem die Personal-Computer und Server im unteren Leistungsbereich sollten günstiger angeboten werden. Vermutlich als Reaktion auf einen Nachlass um zehn Prozent bei den Preisen für Unternehmenscomputer von Dell sinken die Preise bei Compaq für vergleichbare Geräte nun um zirka 30 Prozent. Hewlett-Packard folgte mit Nachlässen um die 28 Prozent. In Zukunft sei es denkbar, dass PCs für Firmenkunden einfacher und einheitlicher ausgestattet seien, während PCs für private Nutzer reichhaltigere Basiskomponenten erhielten.

Der Streit der PC-Giganten bestätigt die Vorhersagen der Gartner-Tochter Dataquest, die für das laufende Jahr ein weltweites Wachstum des Marktes um lediglich elf Prozent prognostiziert hat. Die Märkte USA, Kanada und Europa seien ganz oder so gut wie gesättigt. Selbst wenn es den Herstellern gelänge, höhere Stückzahlen abzusetzen, gefährde die anhaltende Konjunkturschwäche massiv die Umsätze. Sinken die Margen auch weiterhin, müssen die Unternehmen sich ernsthaft Gedanken über Änderungen ihrer Strategie machen.

Daher beabsichtigt Compaq, den Konkurrenten Dell zu überflügeln, der seit Anfang April mit "Premier Enterprise Services" Beratungs-, Installations- und Supportservices anbietet. Mit dem Zukauf eines europäischen Service-Unternehmens will Compaqs CEO Capellas am Ball bleiben. Der Konzern befindet sich eigenen Angaben zufolge derzeit in Verhandlungen mit vier Kandidaten, wovon einer aus Deutschland stammt. Bereits in zwei bis drei Jahren soll ein Drittel des Gesamtumsatzes durch den Bereich Service abgedeckt werden. Derzeit sind es nach Angabe des Presseprechers der deutschen Niederlassung, Herbert Wenk, rund 17 Prozent. Compaq will unter anderem die Implementierung von Software für den elektronischen Geschäftsverkehr über das Internet anbieten. Ein erster Schritt hin zum Dienstleister war die Übernahme von Proxicom, eines auf E-Commerce spezialisierten Beratungshauses, die Ende April für 266 Millionen Dollar erfolgte.