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27.08.1999 - 

Windows 2000 wird nicht unterstützt

Compaq stoppt NT-Portierung für Alpha

MÜNCHEN (IDG/wh) - Völlig überraschend hat Compaq die Unterstützung künftiger 32-Bit-Versionen von Windows NT für die Prozessorarchitektur Alpha eingestellt. In der Branche löste der Schritt einmal mehr Spekulationen über die Zukunft der Risc-Plattform aus.

Compaq Computer Corp. hat rund 100 Mitarbeiter aus einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt in Bellevue, Washington, abgezogen. Die Gruppe sollte kommende Generationen des 32-Bit-Betriebssystems (Windows NT, Windows 2000) von Microsoft auf die von Digital Equipment entwickelte Prozessorplattform portieren. Windows NT 4.0 wird nur noch bis zum nächsten Release "Service Pack 6" auf Alpha-Rechnern unterstützt werden. Die Arbeiten an einer 64-Bit-Variante würden aber fortgesetzt, so die offiziellen Erklärungen.

"Compaq hat klargemacht, daß der Alpha für Linux, True-64-Unix und Open VMS genutzt werden soll", erklärte ein Mitarbeiter des texanischen Konzerns, der anonym bleiben wollte. Herbert Wenk, Sprecher der deutschen Compaq-Dependance, bestätigte diese Einschätzung. Bei der Entscheidung gehe es um "eine bewußte Marktsegmentierung". Der Alpha solle künftig auf Linux, True 64, Open VMS und dem mit Tandem übernommenen Nonstop Kernel (NSK) eingesetzt werden.

In der Branche gibt es indes unterschiedliche Spekulationen zu den Gründen für den Rückzug Compaqs. Analysten wie Dwight Davis vom US-Beratungshaus Summit Strategies sehen in der geringen Anwenderzahl von NT auf Alpha-Rechnern den entscheidenden Aspekt: "Alpha war als Plattform immer ein Nischenprodukt. Im High-end deckte sie eine Nische ab, wo NT sowieso nie besonders stark vertreten war."

Der neue Chef will sparen

Sehr wahrscheinlich ist auch, daß Kostengründe eine gewichtige Rolle gespielt haben. Die Entscheidung der Texaner kommt nur wenige Wochen nach der Benennung von Michael Cappellas zum neuem CEO und einer Reihe von Personalquerelen. "Es ist ein sehr teures Projekt und hat möglicherweise nicht soviel gebracht, wie es sich Compaq gewünscht hat", kommentierte Davis. Wenk räumte ein, daß Kostenüberlegungen in diesem Zusammenhang eine Rolle gespielt haben könnten.

Daß der Schritt Compaqs einen Abschied auf Raten von der technisch überlegenen, kommerziell aber wenig erfolgreichen Alpha-Architektur einleiten könnte, bestreiten Unternehmensvertreter vehement. "Die Entscheidung schmälert unser Bekenntnis zu Microsoft oder Alpha in keiner Weise", versuchte Compaq-Sprecher Jim Finlaw die Wogen zu glätten. Man arbeite weiterhin gemeinsam mit Microsoft an einer 64-Bit-Version von Windows NT für den Alpha. Wenk sagte der CW, das 64-Bit-Projekt sei von der jüngsten Entscheidung nicht betroffen.

Die Gates-Company hat bislang allerdings nicht gesagt, wann eine 64-Bit-Version von NT Marktreife erlangen könnte. Fraglich ist auch, ob sie in absehbarer Zeit überhaupt Interesse daran hat. Die "Back-Office"-Produkte des Konzerns sind nicht für 64 Bit ausgelegt. Anwender, die den Vorteil dieser Technik ausnutzen wollten - etwa mit sehr großen Datenbanken -, müßten Konkurrenzprodukte wie die von Oracle oder Informix einsetzen.

Ebenfalls aus firmeninternen Quellen verlautet, daß die jüngste Maßnahme Compaqs wahrscheinlich nicht die letzte mit personellen Auswirkungen sein wird. Die Rede ist von bis zu 8000 Mitarbeitern, die der Konzern in den nächsten Monaten abbauen wolle. Cappellas habe als nächstes die Support-Division ins Visier genommen. "Er sagte, man müsse herausfinden, was diese Leute tun", so ein auf Anonymität bedachter Mitarbeiter.