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02.02.2001 - 

Auch EMC und Siebel überzeugen

Compaq trotzt der Krise im internationalen PC-Markt

MÜNCHEN (CW/IDG) - Angesichts der Flaute im PC-Geschäft hat sich Marktführer Compaq im vierten Quartal achtbar aus der Affäre gezogen. Die Texaner hatten dafür mit Verlusten aus ihren Internet-Beteiligungen zu kämpfen. Auch Speicherspezialist EMC meldete gute Ergebnisse. Besser als von den Analysten erwartet schloss zudem der CRM-Anbieter Siebel Systems ab.

Es hätte für Compaq ein gutes, wenn nicht sogar sehr gutes Quartal werden können - wenn sich der PC-Primus nicht wie viele Privatanleger mit Investitionen in Internet-Firmen die Finger verbrannt hätte. Im vierten Quartal 2000 weisen die Texaner jedenfalls einen Fehlbetrag nach Steuern von 672 Millionen Dollar aus. Der Grund: Für die Beteiligung an der Internet-Holding CMGI mussten 1,73 Milliarden Dollar als Verlust ausgebucht werden, nachdem der Aktienkurs von CMGI seit seinem Allzeithoch im März vergangenen Jahres von mehr als 150 Dollar zuletzt bei knapp über sechs Dollar gelegen hatte. Zum Vergleich: Noch im dritten Quartal 1999 hatte Compaq der 17-Prozent-Anteil an CMGI, der vor gut zwei Jahren im Tausch gegen die Suchmaschine Altavista erworben wurde, rund 1,2 Milliarden Dollar an außerordentlichen Einnahmen in die Kasse gebracht.

"Was die Buchhaltungsregeln einem geben, nehmen sie einem auch wieder", kommentierte Compaq-Chef Michael Capellas das Ergebnis des vierten Quartals lakonisch, das ansonsten die Erwartungen der Analysten sogar leicht übertraf. Ohne Sonderaufwendungen kletterte der Nettogewinn gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres von 332 auf 550 Millionen Dollar, der Umsatz erhöhte sich um rund zehn Prozent von 10,47 auf 11,52 Milliarden Dollar. Auch im gesamten Geschäftsjahr 2000 konnte Compaq ein zehnprozentiges Wachstum erzielen. Die Einnahmen stiegen auf 42,4 Milliarden Dollar, der Ertrag nach Steuern ist mit 1,7 Milliarden Dollar dreimal so hoch wie im Vorjahr.

Ausschlaggebend für das Resultat waren allerdings vor allem eine signifikante Umsatz- und Ertragssteigerung im Bereich Enterprise Computing (also im Server- und Speichergeschäft) sowie leichte Zuwächse im PC-Business mit Firmenkunden beziehungsweise kein Einbruch im Markt für Consumer-PCs. Dort allerdings musste Compaq bei einem Umsatz von 2,04 Milliarden Dollar erneut einen Verlust (sechs Millionen Dollar) hinnehmen, was für die seit längerem geäußerte Annahme vieler Fachleute spricht: Im reinen PC-Geschäft verdienen die Anbieter kein Geld mehr.

Für Spannung im PC-Markt dürfte also in den kommenden Monaten gesorgt sein, insbesondere auch, nachdem dort die führenden Hersteller nach jüngsten Analysen von Dataquest und IDC noch näher zusammengerückt sind. So hat Compaq, wenn auch geringfügig, im abgelaufenen Jahr weitere Marktanteile verloren, während der Branchenzweite Dell erneut Boden gutmachen konnte (siehe CW 4/01, Seite 1). Entsprechend zurückhaltend zeigte sich Compaq-Chef Capellas deshalb auch beim Ausblick auf 2001. Aufgrund des "schwierigen Marktumfeldes" rechne man mit einem Wachstum von lediglich sechs bis acht anstatt der ursprünglich anvisierten zehn Prozent.

Zufrieden mit dem jüngsten Geschäftsverlauf zeigte man sich auch bei EMC Corp. Der Speicherspezialist konnte im vierten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 1,88 auf 2,62 Milliarden Dollar steigern, der Nettogewinn erhöhte sich von 376,5 auf 562,9 Millionen Dollar.

Beeindruckende Wachstumsraten meldete EMC auch für das gesamte Geschäftsjahr 2000, wo die Einnahmen um 32 Prozent von 6,72 auf 8,87 Milliarden Dollar sowie der Nettogewinn um 51 Prozent von 1,18 auf 1,78 Milliarden Dollar verbessert werden konnten.

Der neue CEO Joe Tucci, der den langjährigen Firmenchef und auf den Chairman-Posten gewechselten Michael Ruettgers abgelöst hat, kündigte für das laufende Jahr vor allem eine Ausweitung des Servicegeschäfts an, um das Umsatzziel von rund zwölf Milliarden Dollar zu erreichen. Darüber hinaus sollen 7500 zusätzliche Mitarbeiter für Sales und Marketing sowie die Produktion eingestellt werden. Als Hauptwachstumsträger neben dem Speicherhardware- und Dienstleistungsgeschäft sehen die EMC-Verantwortlichen den Bereich Network Attached Storage (NAS), wo die Softwareeinnahmen im vierten Quartal 2000 um über 70 Prozent gesteigert werden konnten und im neuen Fiskaljahr im Schnitt um 35 Prozent zulegen sollen.

Die Schwelle zur Milliarden-Company hat nun auch Siebel Systems überschritten. Der CRM-Spezialist konnte im Geschäftsjahr 2000 den Umsatz von 813,5 (1999) auf 1,79 Milliarden Dollar steigern. Das entspricht einem Plus von 121 Prozent. Der Gewinn nach Steuern belief sich auf 123,1 Millionen Dollar, verglichen mit 56,9 Millionen Dollar im Vorjahr.

Spekulationen über die Zukunft von SiebelMit diesen Zahlen konnte das kalifornische Software-Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertreffen. Das gilt auch für das vierte Quartal, wo sich die Einnahmen im Vorjahresvergleich um 111 Prozent von 275,9 auf 581,6 Millionen Dollar erhöht haben. Unter dem Strich blieb dabei ein Nettoertrag von 106 (39,2) Millionen Dollar übrig.

Gründer und CEO Tom Siebel sprach ungeachtet der schwächelnden US-Konjunktur von einer "robusten Nachfrage" nach den Programmen seiner Company, die auch im laufenden Jahr anhalten werde. Aktuelle Prognosen renommierter Investmentbanken, die von einem Umsatz für 2001 von rund 2,6 Milliarden Dollar ausgehen, bezeichnete er allerdings als "aggressiv". Unabhängig davon rechnen Branchenkenner an der Wallstreet damit, dass im Falle zurückgehender IT-Budgets CRM-Projekte zunächst nicht betroffen sein dürften. Ob die bisher unangefochtene Position von Marktführer Siebel aber auf Dauer Bestand haben wird, ist demnach weniger sicher. Der Wettbewerb werde mit Konkurrenten wie den einst klassischen ERP-Anbietern SAP, Peoplesoft und Oracle sowie neuen Herausforderern wie Kana Communications oder Onyx Software immer härter, hieß es.