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09.07.1999 - 

Künftig sollen auch Privatanwender ohne Händler bedient werden

Compaq verkauft in Europa direkt über das Internet

MÜNCHEN (CW) - Compaq wird in Europa ab September Rechner für seine Großkunden über das Internet verkaufen.

Werner Köpf, Vice-President und General Manager von Compaq Europe, Middle East & Africa (Emea) und in dieser Position Nachfolger von Andreas Barth, bestätigte, daß der Branchenprimus mit PCs und PC-Servern ab September 1999 in Europa in den Direktvertrieb einsteigen wird.

Wie Köpf weiter sagte, wird Compaq für Großunternehmen Web-Seiten im Internet einrichten, von denen aus Kunden Compaq-Rechner und andere Komponenten zu Sonderkonditionen bestellen können. Das Unternehmen überlege ferner, diesen Direktverkauf in Zukunft auch auf kleine und mittelständische Unternehmen sowie auf Konsumenten, also private Käufer, auszudehnen.

Irritierend an der europäischen Internet-Aktion ist, daß sie nicht mit der kürzlich für den deutschen Raum bekanntgegebenen Strategie im Einklang steht (siehe CW 23/99, Seite 1). Anfang Juni 1999 hatte die Compaq Computer GmbH mitgeteilt, man werde gemeinsam mit der Telekom Online-Shops bei zirka 500 deutschen Händlern einrichten, über die dann Produkte abgesetzt werden würden.

Die Telekom sei in dieser Zusammenarbeit für die Installation und Implementierung der eigens entwickelten Softwarelösung bei den Handelspartnern zuständig. Ab dem kommenden Jahr sollen potentielle Compaq-Kunden dann in der Lage sein, über das Internet zu ordern. Um einen Direktvertrieb handelt es sich aber nicht, da alle Bestellungen über die sogenannten T-Marts an den für einen Käufer zuständigen Händler weitergeleitet werden. Das jetzt für Europa vorgestellte Vertriebskonzept über das Internet hingegen schaltet den indirekten Vertriebskanal, also Distributoren wie Händler, aus.

Christian Mehrtens, in Deutschland als Channel Marketing Manager für die Vertriebsstrategien von Compaq verantwortlich, bestätigte indirekt, daß die Internet-Strategien von Emea und Deutschland unterschiedlich sind. Compaq werde innerhalb der nächsten vier Wochen bekanntgeben, wie die beiden Vertriebsmodelle für den deutschen Bereich aufeinander abgestimmt werden können. Trotz solcher Beschwichtigungen ist aber abzusehen, daß Compaq und seine Händler in nächster Zeit hart aneinander geraten werden. Für den momentan ohnehin mit großen, auch internen Problemen kämpfenden Computerriesen sind das schlechte Nachrichten zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Außerdem gab das Computerunternehmen für den Bereich Emea bekannt, man werde analog der weltweiten Restrukturierung auch auf dem alten Kontinent die Geschäftsaktivitäten neu ordnen. Diese richten sich an drei Produktgruppen aus. Compaq ernannte Gerard van de Aast zum Chef des Unternehmenszweigs Unternehmenslösungen und -dienstleistungen. Kasper Rorsted steht dem Bereich PC-Produkte und E-Commerce vor. Toon Bouten leitet das Segment Verbraucherprodukte.