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25.09.1998 - 

Dresdner Firma soll Rechner für die Texaner bauen

Compaq will den Markt der Consumer-PCs aufmischen

25.09.1998

Der weltgrößte PC-Hersteller konnte bei deutschen Privatanwendern bislang nur mäßige Erfolge verbuchen. Mit einem Marktanteil von zwei Prozent liegt das Unternehmen hierzulande ziemlich abgeschlagen auf Platz zehn hinter den mit lokalen Fertigungsstätten operierenden Anbietern wie Vobis, Fujitsu oder Siemens-Nixdorf. Das soll sich nun ändern.

Mit einer neuen Strategie, die auf kürzere Produktzyklen und deutlich niedrigere Preise ausgerichtet sei, plane Compaq, innerhalb von sechs Monaten auf Rang fünf der hiesigen Anbieter von Consumer-PCs vorzurücken, verkündete Toon Bouten, Vice-President der Consumer Products Group für Europa und den Mittleren Osten. Kernbestandteil dieser Bemühungen ist eine Kooperation mit dem Dresdner PC-Assemblierer Schaeffer IT Logistics GmbH. Dieser soll für die Amerikaner Komponenten einkaufen und Rechner mit dem Compaq-Label fertigen. Vermarktet werden die Billig-PCs über große Einzelhandelsketten und direkt via Telefonvertrieb oder Internet.

Das erste von Schaeffer für Compaq produzierte Modell ist der Minitower-PC "Presario 5501". Ausgestattet mit einem 333-Megahertz-Pentium-II-Prozessor, 64 MB RAM und einer 4,3-GB-Festplatte wird der Rechner seit vergangener Woche für 1699 Mark (ohne Monitor) angeboten. Dieser Preis liege 25 Prozent unter dem vergleichbarer Compaq-Modelle und damit auf dem Niveau der billigsten in Deutschland angebotenen PCs, so Bouten. Der deutsche Markt wird traditionell von lokal agierenden Anbietern beherrscht. Nach Boutens Schätzung werden hierzulande 78 Prozent aller verkauften PCs lokal zusammengebaut. Compaq greife auf die Hilfe von Schaeffer zurück, um mit den hiesigen Unternehmen Schritt halten zu können. Nach Ansicht von Terry Ernest-Jones, Analyst beim Marktforschungsunternehmen IDC, sind die Dresdner als kleine und flexible Organisation eher in der Lage, die jeweils günstigsten Komponenten auf dem freien Markt (Spot-Markt) einzukaufen. Außerdem bräuchten die Ostdeutschen nicht wie Compaq auf langfristige Lieferantenverträge Rücksicht zu nehmen.

Compaq-Manager Bouten hofft, mit der Kooperation die Lagerzyklen von PC-Produkten von derzeit drei Monaten auf sechs Wochen verkürzen zu können.