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20.03.1992 - 

Mannheimer beklagen dramatischen Preisverfall

Comparex büßt 1991 beim Gewinn gut ein Drittel ein

HANNOVER (bk) - Gedämpfte Stimmung bei der Mannheimer Comparex Informationssysteme GmbH: Nach einem glanzvollen Geschäftsjahr 1990 mußte der PCM-Anbieter beim Nettogewinn 1991 mächtig Federn lassen. Ein Grund: Der Preisverfall in der Branche war noch drastischer als in den Vorjahren.

"Der Preisverfall 1991 erreichte Dimensionen, die noch niemand in der Branche je erlebt hat", erklärte Comparex-Chef Rolf Brillinger bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse. Sei man Preiseinbrüche von rund 30 Prozent mittlerweile gewöhnt, so habe man 1991 zum Teil einen Verfall von bis zu 40 Prozent hinnehmen müssen. Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres spiegele deshalb nur unzulänglich die tatsächliche Leistung des Unternehmens wider.

Brillinger: 1990 war ein Ausreißerjahr

So konnte die Comparex-Gruppe 1991 den Umsatz zwar um zwölf Prozent auf rund 1,25 (Vorjahr: 1,11) Milliarden Mark steigern, der Nettogewinn rutschte jedoch um 36,2 Prozent von rund 47 auf jetzt 30 Millionen Mark. Brillinger beeilte sich indes sogleich, den beträchtlichen Ertragsrückgang zu relativieren: "1990 war ein Ausreißerjahr, in dem wir vor allem von dem günstigen Dollarkurs Profitierten." Nun sei man zum Normalmaß zurückgekehrt und könne angesichts des düsteren Branchenjahres 1991 mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Vor allem im Exportgeschäft ,konnte sich der Mannheimer PCMer steigern. Mit einem Umsatz von 634 Millionen Mark lagen die Auslandstöchter rund 15 Prozent über den Einnahmen des Vorjahres, als 405 Millionen Mark erreicht wurden. Damit steuerten die internationalen Aktivitäten 51 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Der Aufschwung des Exportes, so Brillinger, sei unter anderem darauf zurückzuführen, daß die konjunkturellen Schwierigkeiten, die er noch im Vorjahr für die Länder Frankreich, Großbritannien und Skandinavien beklagt hatte, zum Teil überwunden seien. Daß das Inlandsgeschäft nur um neun Prozent zulegen konnte und mit 614 (Vorjahr: 565) Millionen Mark unter den Exporteinnahmen lag, begründete der Comarex-Chef mit den Worten: "Wenn man schon viele Marktanteile hat, ist es schwer, noch mehr dazu zu bekommen."

Bei den einzelnen Produktbereichen war einmal mehr das Peripheriegeschäft mit 570 Millionen Mark (plus acht Prozent gegenüber dem Vorjahr) das umsatzstärkste Betätigungsfeld der Mannheimer. Es war damit mit 46 Prozent am Gesamtergebnis beteiligt. Die CPUs steuerten mit 479 Millionen Mark rund 38 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Hier konnte Comparex gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent zulegen. Mit den Dienstleistungen wurden 199 Millionen Mark erzielt, was einen Anteil von 16 Prozent bedeutet.

Für das laufende Geschäftsjahr stellte Brillinger keine signifikanten Wachstumsraten in Aussicht. Alle Vorzeichen deuteten darauf hin, daß 1992 erneut ein schwieriges Jahr werde, zumal der erhebliche Druck auf Margen und Erträge bestehen bleibe. "Wenn wir eine Umsatzsteigerung von fünf Prozent erreichen, können wir zufrieden sein."