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25.04.1997 - 

Deutliches Umsatz- und Ertragsplus

Comparex profitiert 1996 von der Trendwende im Mainframe-Geschäft

"Wir haben uns 1996 im Markt hervorragend geschlagen", frohlockte Comparex-Chef Rolf Brillinger bei der Bekanntgabe der Ergebnisse. Vor allem das Großrechnergeschäft sei trotz des anhaltenden Preisverfalls von bis zu 50 Prozent der Wachstumssektor schlechthin gewesen. Es nahm gegenüber dem Vorjahr nicht nur um rund 67 Prozent auf 525 Millionen Mark zu, sondern steuerte auch 47 Prozent zum Gesamtumsatz bei. "Viele Großunternehmen, die im Zuge des von sogenannten Marktexperten Ende der 80er Jahre proklamierten Main- frame-Sterbens auf das Client-Server-Computing umgestiegen sind, nehmen jetzt wieder verstärkt Großprojekte auf dem Host in Angriff, weil die verteilte Datenverarbeitung ihren Anforderungen speziell in puncto Performance und Sicherheit nicht genügt", begründete Brillinger den Aufschwung im CPU-Sektor.

Dies gilt allerdings nur für den deutschen Markt, in dem das zu 60 Prozent in Besitz des Chemieriesen BASF befindliche Unternehmen 1996 seinen Umsatz um rund 25,6 Prozent auf 814 (Vorjahr: 648) Millionen Mark steigern konnte. "Im Ausland mußten wir feststellen, daß der Bedarf für solch leistungsstarke Rechner noch nicht so groß ist", räumte der Comparex-Chef ein. Tatsächlich beliefen sich die Auslandseinnahmen nur auf 300 Millionen Mark, was gegenüber den 1995 erzielten 323 Millionen Mark ein Minus von 7,1 Prozent bedeutet. Dies habe man mit der im vierten Quartal 1996 auf den Markt gebrachten und im unteren und mittleren Leistungsbereich positionierten CMOS-Familie "C2000" nicht mehr kompensieren können, obwohl der Absatz dieser Rechner vielversprechend angelaufen sei, hieß es.

Gut angelassen hat sich laut Brillinger auch das Geschäft mit den neuen Raid-Speichersystemen "Tetragon", mit dessen Auslieferung Ende 1995 begonnen worden war. Allerdings, fügte der Comparex-Geschäftsführer hinzu, sei der Umsatz im Peripheriebereich gegenüber dem Vorjahr geringfügig auf 343 Millionen Mark zurückgegangen. Damit trug dieses zweite Standbein der Mannheimer rund 31 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei.

Abstriche mußte der Mainframe-Spezialist im Dienstleistungssektor machen. Dort sank der Umsatz 1996 um 12,5 Prozent von 281 auf 246 Millionen Mark, wodurch sich der Serviceanteil von 29 auf 22 Prozent reduzierte. Als Ursache für die deutlichen Einbußen nannte Brillinger die rückläufigen Einnahmen aus Hardwarewartung infolge der mit den zahlreichen Neuinstallationen verbundenen befristeten Gratisservices. "Bei den anderen Dienstleistungen liegen wir aber im Plan", beeilte sich der Comparex-Chef hinzuzufügen. Dies beweise nicht zuletzt die kräftige Personalaufstockung um 20 bis 30 Prozent im Servicebereich.

Dennoch zeigt das mäßige Ergebnis im Dienstleistungssektor, daß den Mannheimern noch ein hartes Stück Arbeit bevorsteht, wollen sie ihr 1996 angekündigtes hochgestecktes Ziel erreichen, in absehbarer Zeit, sprich: in fünf Jahren, mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes außerhalb des klassischen Hardwaregeschäfts zu erwirtschaften. Auch die Allianz mit dem südafrikanischen IT-Servicespezialisten Persetel, an den die BASF im Frühjahr vergangenen Jahres 40 Prozent ihrer Comparex-Anteile verkauft hat, scheint die erhofften Synergieeffekte bislang nicht beschert zu haben. Brillinger bekräftigte aber, an der ausgegebenen Marschroute festhalten zu wollen.

Für den Verlauf des Geschäftsjahres 1997 gab sich der Comparex-Chef vorsichtig optimistisch. "Wir haben zwar mit unserer durchgängigen Mainframe-Serie eine hervorragende Ausgangsposition, doch da der Preisverfall nicht nachläßt, werden wir an das Umsatzplus von 1996 wohl nicht herankommen." Er rechne mit einem Zuwachs im "hohen einstelligen Bereich".

*Beate Kneuse ist freie Fachjournalistin in Stuttgart.