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19.10.1984 - 

Joint-venture von Elfenbeinturm und Wirtschaft:

Compas '84 als Forum für Software-Nachwuchs

BERLIN (lo) - Drei Preise im Gesamtwert von 25 000 Mark und elf Konzepte standen zur Disposition: Praxisnahe Diplomarbeiten zum Thema "Beispiele und Entwicklungen Computer Aided Software Engineering" konkurrierten im Rahmen der "Compas '84". Informatikstudenten aus dem deutschsprachigen Raum präsentieren Lösungen, die ein halbes bis zu zwei Mann-Jahre intensive Arbeit und präzises Können sowie im Fall des ersten Preisträgers eine beachtliche Entwicklung darstellten.

Als Preisgeld stellte der Senat von Berlin 12 500 Mark zur Verfügung, die gleiche Summe spendete Nixdorf Computer AG, Paderborn. Kriterien der Jury - unter dem Vorsitz von Professor Hermann Krallmann von der Technischen Universität Berlin, Fachgebiete Systemanalyse und EDV, und zusammengesetzt aus Hochschuldozenten, Herstellervertretern sowie der COMPUTERWOCHE - gewichteten zum einen nach der wissenschaftlichen Aktualität. Zum anderen ergaben Benutzerfreundlichkeit und Praxisnähe als industrielles Produkt Auswahlpunkte. Umfang der technischen Unterstützung und die erbrachte Manpower galten ebenfalls als Merkmale.

Begehrtes Produkt

Den ersten Preis erhielt Ralf Salomon von Institut für angewandte Informatik der Technischen Universität in Berlin. Seine Arbeit hatte die

Entwicklung und den Test eines integrierten Basic-Systems mit Datenbankanschluß und dynamischer Maskengenerierung zur Laufzeit zum Thema. Realisiert wurde es auf einem Unos-Mikrorechner in der Systemimplementierungssprache C. Laufzeiteffizienz durch Error Recovery, Wartung und Änderungsfreundlichkeit stellen die besonderen Parameter dieses Systems dar. Die steigende Zahl der Mikrorechner im kommerziellen Einsatz weist dieser Arbeit eine hohe praktische Bedeutung zu.

"Jahrelang hinterhergelaufen", so ein Herstellervertreter, sei man einem solchen richtungsweisenden Produkt wie diesem Instrument für Basic-Anwender. "Ideal" für Anwender an diesem Interpreter ist, daß er sofort die Fehler lokalisiere und beseitige. Die weitverbreitete Basic-Sprache bietet den Vorteil, kompatibel, portabel und auf allen C-Maschinen lauffähig zu sein.

Kosten und Ärger sparen

Der zweite Preis ging an Michael Matthiesen von demselben Institut der Technischen Universität Berlin. Er entwickelte ein System auf der Basis des Rapid Prototyping für Datensichtgeräte und Report-Komponenten. Ziel dabei ist es, schnell und einfach Prototypen beliebiger Lösungskonzepte erstellen und austesten zu können. Der Endbenutzer soll die Chance erhalten, frühzeitig Einfluß auf die Realisierung einer EDV-Lösung zu gewinnen. Seine Wünsche nach einem geänderten Zugriff oder einer zusätzlichen Funktion können nun berücksichtigt, Kosten und Manpower dadurch vermieden werden. Die Akzeptanz des Benutzer wird so verbessert, indem ihm aufwendige Korrekturen - und der Ärger damit - erspart bleiben.

Auf dem dritten Platz landete die Arbeit von Christoph Welsch von der Universität Kaiserslautern, in Zusammenarbeit mit der Siemens AG. Ziel seiner Entwicklung war es, eine Basisversion eines syntaxgesteuerten Editors für die Programmiersprache Pascal zu implementieren. Die Programmeingabe stützt sich dabei in der Hauptsache auf Schablonen. Einen solchen Editor einzuführen, erfordert lediglich geringen Aufwand. In Verbindung mit modernen Hardware-Konfigurationen wie Arbeitsplatzrechnern Rasterbildschirmen oder der Maus ist es möglich, benutzerfreundliche Bedieneroberflächen für solche Bearbeitungsprogramme zu schaffen. Bei der Implementierung wurde auf mögliche Erweiterungen, etwa Ausbau zu einem automatischen Editor-Generator, wie auch auf eine problemlose Integration in die bestehende Programmumgebung geachtet. Auf diese Weise besteht weitgehend ein flexibler Einsatz dieses Systems.

Die weiteren Teilnehmer des Wettbewerbs beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit konkreten Lösungen für Informationssysteme oder zur Berechnung von Produktionsteilen. Unterstützungssysteme für Entwurf wie auch zur Programmgenerierung und Dokumentations- sowie Entwicklungssysteme für Literatur- oder Software-Engineering-Bibliotheken waren Themen der übrigen Erzeugnisse.

Zielgerichteter Anreiz

Dieser neugeschaffene Preis von Senat und Berliner Wirtschaft im Rahmen der Compas '84 will dazu beitragen, erforderliche Ergebnisse der praxisorientierten Arbeiten an den Hochschulen der interessierten Öffentlichkeit vorzuführen. Technologie- und Know-how-Transfer von Wissenschaft zur Wirtschaft findet durch diese Auszeichnung einen weiteren gangbaren und fruchtbaren Weg, kommentiert der Berliner Senator für Wirtschaft und Verkehr, Elmar Pieroth.

Professor Krallmann verdeutlicht das Anliegen bei diesem Ausschreiben: "Die Kooperation zwischen Hochschule und Praxis auf einem hohen innovativen Niveau soll sich weiterhin steigern. Diese Verbindung gibt zielgerichteten Anreiz für Forschungsarbeiten, deren Entwicklung sonst die Praxis gar nicht wahrnimmt". Bei der Preisverleihung fiel dieses Manko in puncto Transparenz ins Auge. Vertreter von Unternehmen zeigten während der anschließenden Produktdemonstration von sechs der besten Arbeiten noch wenig Neugier für die Knüller aus der Hochschule.