Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.05.1987 - 

Aus den Fehlern früherer Software-Veranstaltungen nichts gelernt

Compas '87: Ein Kongreß ohne Orientierung

BERLIN (CW) - Enttäuschung bei allen Beteiligten: Die Compas '87 als wichtigster Software-Kongreß für den deutschsprachigen Raum geriet zum Flop. Insider geben jetzt dem Forum, das in Berlin stattfand, mit diesem Konzept wenig Chancen für die Zukunft.

"Der Kongreß bietet sowohl Managern als auch DV-Fachleuten Informationen und Entscheidungshilfen." So formulierte Manfred Busche von der Berliner Ausstellungs-Messe-Kongreß GmbH. (AMK) in seiner Eröffnungsrede die Intention der Veranstalter. Staatssekretär Wolfgang Beitz vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Berlin, hielt gar "die Darstellung der gesamten Breite der Informationsverarbeitung für besonders gelungen".

Dagegen bezeichnete die Mehrzahl der rund 200 Besucher das ihrer Meinung nach thematisch zu breit gefächerte Angebot als enttäuschend. "Das Programm gab wenig Orientierungsmöglichkeiten; qualifizierte Beiträge gingen in der Fülle unter", ärgerte sich ein Unternehmensberater. Er will 1988 auf diese Veranstaltung verzichten.

Mit Tutorials und Referaten zu allen möglichen Themen hatten die Verantwortlichen versucht, nicht nur die spezifischen Belange der Software abzudecken, sondern die gesamte Bandbreite der Informationsverarbeitung zu umspannen. Die Palette reichte von Einführungsstrategien in der DV, Trends in Forschung und Entwicklung über Sicherheit in der Informationsverwaltung, allgemeine Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit oder Computer-Viren bis hin zum Einsatz von Expertensystemen in zehn Jahren. Hier hätte eine Beschränkung auf ausgewählte Bereiche nach Ansicht vieler Besucher mehr gebracht.

Bei den Organisatoren der herrscht denn auch gedruckte Stimmung. "Es wurde im Vorfeld der Veranstaltung versäumt, die gewünschte Zielgruppe genau zu definieren", räumte ein Sprecher ein, das Konzept hat nicht gegriffen; für uns war es ein Fiasko." Zudem seien von den ursprünglich rund 300 erwarteten Besuchern nur zwei Drittel erschienen - davon etwa 70 Referenten.

Bereits die letzte Compas im Dezember 1985 litt unter eklatantem Besucherschwund: Konnten die Veranstalter 1984 noch annähernd 800 Teilnehmer auf ihrem Kongreß begrüßen, waren es im darauffolgenden Jahr nur etwa 500 Interessenten.

Aber weder die Veranstalter noch das zuständige Programmkomitee scheinen aus der Besucherschelte der vergangenen Jahre gelernt zu haben (CW Nr. 51/52 vom 20. Dezember 1985). Auch in diesem Jahr übten die meisten Teilnehmer herbe Kritik an der unübersichtlichen Programmgestaltung und dem zeitlich viel zu eng gesteckten Rahmen. So blieb nur selten Zeit für Diskussionen nach den einzelnen Vorträgen. Die heterogene Zusammensetzung der Teilnehmer, die aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen kamen, erschwerte darüber hinaus ergänzende Fachgespräche in den Pausen zwischen den Referaten.

Viele Besucher sehen denn auch die Zukunft der Compas pessimistisch. Ein DV-Leiter: "Kollegen mit gleichen Interessengebieten sind hier schwer zu finden - ein nächstes Mal wird es für mich nicht geben."