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08.07.1983 - 

Vertrag zwischen Siemens und der GMD

Compiler-Check für DIN-Zertifikat

ST. AUGUSTIN (pi) - Die Siemens AG läßt ihre Compiler für die Programmiersprachen Cobol (Cob1) und Fortran (For1) durch die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) validieren. Ein entsprechender Vertrag wurde kürzlich unterzeichnet.

Diese Validationen dienen als Grundlage für die Vergabe eines DIN- wie auch eines US-Zertifikats. Das US-Zertifikat ist in den Vereinigten Staaten von Amerika für Beschaffungen der Bundesbehörden vorgeschrieben. Die GMD validiert mit den in den USA gebräuchlichen Prüfroutinen und gemäß den dort angewandten Methoden. Unter Validation versteht man hier die Überprüfung eines Compilers auf richtige, das heißt normgerechte Implementation.

Die Normen DIN 66 027 für Fortan und DIN 66 028 für Cobol gewährleisten syntaktisch richtige Programme. Die Semantik hängt jedoch von der Implementation ab. Je nach Lesart oder Verständnis des Implementierers kann ein und dieselbe Norm zu unterschiedlichen Implementationen führen. Das Resultat sind dann Compiler, die in bezug auf ihre Semantik nicht mehr der Norm entsprechen und damit dem Ziel der Norm - nämlich die Portabilität von normgerechten Programmen sowohl syntaktisch als auch semantisch zu garantieren - nicht gerecht werden.

Ein Zertifikat des DIN bestätigt die ordnungsgemäße Durchführung der Validation einschließlich der Erstellung eines für jedermann bei der GMD zugänglichen Validationsberichts. In den USA werden für Cobol seit 1972 solche Validationen und Zertifizierungen mit Erfolg durchgeführt, so daß in jüngster Zeit dieses Verfahren auf Fortran und Minimal-Basic ausgedehnt wurde. Zusammen mit befreundeten Instituten in Frankreich und Großbritannien und mit Unterstützung der Kommission der europäischen Gemeinschaften strebt die GMD an, die Bedingungen für eine gegenseitige Anerkennung von Prüfergebnissen und Zertifikaten zu schaffen, damit den Anbietern eine mehrfache Validation ihrer Produkte erspart bleibt. Grundvoraussetzung dafür ist die Verwendung gleicher Prüfmittel und -verfahren.