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03.11.2000 - 

Servicewachstum hat in Zukunft oberste Priorität

Compunet kämpft mit neuer Struktur um Verbleib bei GE

MÜNCHEN - Eine umfassende Restrukturierung steht bei GE Compunet ins Haus. Für den IT-Händler und -Dienstleister hat das Wachstum im Servicebereich künftig oberste Priorität. Damit wollen die Münchner auch ihren Verbleib im Verbund des amerikanischen General-Electric-Konzerns absichern. Von Beate Kneuse*

An einer Veräußerung durch den US-Mutterkonzern scheint GE Compunet Mitte des Jahres nur um ein Haar vorbeigeschrammt zu sein. Zwar hatte Ex-Vorstandschef Hans-Dieter Koch noch im Mai die in der Branche schwelenden Verkaufsgerüchte weit von sich gewiesen, sein Nachfolger Johannes Meier gestand jetzt aber ein, dass GE in der ersten Jahreshälfte tatsächlich intensiv über eine Trennung nachgedacht habe. Gescheitert sei es letztlich daran, dass der Zeitpunkt für den Verkauf eines Value Added Resellers (VAR) seinerzeit ungünstig gewesen sei: "Kein VAR hat in der ersten Jahreshälfte angesichts sinkender Margen im Produktgeschäft Freude gehabt."

Die Diskussionen über eine mögliche Trennung scheint der GE-Vorstandsschaft dennoch Beine gemacht zu haben. Die Münchner tüftelten ein neues Vertriebs- und Marketingmodell aus, mit dessen Hilfe vor allem die Service-umsätze kräftig zulegen sollen. In spätestens zwei bis drei Jahren, so Meier vor der Presse in München, sollen sowohl die Handels- als auch die Service-Aktivitäten jeweils 50 Prozent zum Umsatz, allerdings auch zum Ergebnis beitragen. Derzeit dominiert beim Umsatz mit 75 Prozent noch immer das Produktgeschäft.

Die neue Struktur von GE Compunet, die zum 1. Januar 2001 in Kraft tritt, sieht einen nach Segmenten optimierten Vertrieb vor, der unter direkter Vorstandsaufsicht agiert. Entsprechend üppig ist die Führungsetage der Münchner fortan bestückt. Neben Vorstandssprecher Meier und Finanzchef Hans-Georg Freitag sollen vier zusätzliche Vorstandsmitglieder für mehr Schlagkraft sorgen.

Ressort "Strategic Accounts" für die PremiumkundenIm Einzelnen wird es ab Januar ein Ressort "Strategic Accounts" geben, das die 40 bis 50 wichtigsten Kunden des Unternehmens betreuen soll. Das traditionelle Client-Server-Geschäft fasst GE Compunet im Vorstandsressort "Distributed IT Services" (DITS) zusammen. Es soll in Sachen Leistungsportfolio neben der Produktversorgung noch stärker als bisher mit Beratung, Konzeption, Implementierung sowie dem Betrieb und Support von Infrastrukturlösungen glänzen. Im ebenfalls neuen Vorstandsressort "Networking & Enterprise Computing Solutions" (NECS) werden die beiden jüngsten GE-Compunet-Geschäftsfelder All Area Networking und Enterprise Computing Solutions zusammengeführt. Um künftig das Ohr noch dichter am schnelllebigen IT-Markt zu haben, kreierte man zusätzlich das Vorstandsressort Business Development das Trends aufspüren und als, wie es hieß, "Inkubator für neue Service-Modelle" agieren soll.

Nach wie vor nicht sicher kann sich der Compunet-Frontmann indes sein, dass die eigene (neue) Story bei der US-Mutter die Verkaufspläne gegenstandslos macht. "Eine Garantie haben wir nicht", so Meier, der im Übrigen jedoch betonte, dass sich das Business insgesamt in der zweiten Jahreshälfte "wieder erholt hat". GE habe zudem verstanden, dass die deutsche Tochter im Servicebereich ein "riesiges Potenzial" habe.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.