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06.10.1995

Compuserve: Microsoft verweigert Veroeffentlichung von Netzwerk-APIs Win 95 harmoniert nicht mit den Browsern Netscape und Mosaic

MUENCHEN (ade) - Boese Ueberraschung fuer Internet-begeisterte Windows-95-Anwender: Wer vom neuen Microsoft-Betriebssystem aus das Netz der Netze erkunden will, kommt mit den aktuellen Browsern ohne Kraftanstrengungen nicht sehr weit. Windows 95 modifiziert die Dateibibliothek "Winsock.dll" und erschwert damit den Einsatz existierender Internet-Zugangssoftware wie "Netscape Navigator" oder "Spry Mosaic".

Nachdem Microsofts Softwarebundle aus Windows 95 und dem Client fuer das Microsoft Network (MSN) unter den Anbietern von Online- Diensten auf herbe Kritik gestossen war, fuehlen sich nun auch Hersteller von Internet-Software mit unlauteren Mitteln bedraengt. Das Installationsprogramm des Microsoft-Betriebssystems deaktiviert bestehende Internet-Programme von Fremdanbietern wie Netscapes Navigator zugunsten des Online-Dienstes MSN.

Windows 95 veraendert dabei die sogenannten Windows-Sockets, eine Standardbibliothek mit der Bezeichnung "Winsock.dll", die sich fuer den Zugriff verschiedener Anwendungen ueblicherweise im Windows- Hauptverzeichnis befindet. Selbst eine erneute Installation der gewuenschten Zugangssoftware oder das Umbenennen des durch Windows 95 in "Winsock.old" geaenderten Files bringt nur kurzes Aufatmen: Bei jedem Neustart des Rechners aenderte, so die Erfahrung einiger Anwender, die Windows-95-Startup-Routine die manipulierte Winsock.dll erneut, so dass sie wieder den Windows-95-spezifischen Einstellungen entspricht - installierte Pakete anderer Hersteller laufen nicht. Eine Ausnahme stellt lediglich die fuer Windows 95 ueberarbeitete 32-Bit-Version 1.2N des Netscape Navigators dar, die eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem Betriebssystem garantiert.

Online-Konkurrenten klagen ueber eventuell wettbewerbsschaedigende Strategien der Gates-Company: Anbietern, die derzeit bereits an Loesungen gegen Microsofts technologisches Hindernis tuefteln, werde die Entwicklung absichtlich erschwert, so ein Verantwortlicher eines Online-Wettbewerbers gegenueber der CW-Schwesterpublikation "Infoworld". Er beschuldigt die Gates-Company, in MSN versteckte Funktionen zu verwenden. David Pool, President von Compuserves Internet-Division, erklaerte ferner, Microsoft habe sich strikt geweigert, MSN-Konkurrenten eine Spezifikation namens Remote Networking API zur Verfuegung zu stellen.

Kein Einlenken von Microsoft

Brad Silverberg, Vice-President von Microsofts Personal Systems Group, verwahrt sich gegen Pools Vorwurf. Microsoft habe Compuserve angeboten, in dieser Sache zusammenzuarbeiten. Auch die Winsock-Problematik haelt Silverberg nicht fuer gravierend: "Die Installation von Windows 95 sichert die alte Winsock-Datei, bevor eine neue hinzugefuegt wird", lautet die lapidare Auskunft des Microsoft-Managers. Ein sogenanntes "Bug-Fix" der Setup-Routine, die den Internet-Zugriff etwa via Netscape ermoeglichen wuerde, werde nicht erwogen.

Ausserdem stehe es Anwendern frei, die benoetigte Datei wiederherzustellen und dann statt in das Hauptverzeichnis in die"Ordner" der entsprechenden Applikationen zu kopieren. Dort muesse sie nur noch von Winsock.old in Winsock.dll umbenannt werden. (Instruktionen erhalten User im Compuserve-Forum "Winnews" oder im Internet unter "ftp:// ftp.microsoft.com/peropsys/win- news").