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05.09.1997 - 

Übernahmegerüchte halten sich hartnäckig

Compuserve-Verluste fallen geringer aus als erwartet

Die schlimmen Prophezeiungen der Börsenspekulanten sind ausgeblieben. Die Finanzjongleure hatten für das erste Geschäftsquartal vom Betreiber des Online-Dienstes Verluste in Höhe von sieben Cent pro Aktie erwartet. Mit einem Minus von insgesamt 4,1 Millionen Dollar wird nun jeder Anteilschein mit nur vier Cent belastet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres mußte Compuserve noch einen Wert von 29,6 Millionen Dollar als rote Zahl ausweisen.

Den abgebremsten freien finanziellen Fall bezahlte Compuserve allerdings mit rückläufigen Umsatzzahlen und einem abnehmenden Abonnentenstamm. Wurden von Mai bis Juli 1996 noch 208,6 Millionen Dollar umgesetzt, waren es nun 205,7 Millionen Dollar.

Der Mitgliederschwund macht sich derzeit vornehmlich in den USA bemerkbar. Dort fielen die Zahlen innerhalb von drei Monaten um 94000 auf rund 1,4 Millionen. Aber auch in Europa scheint die Basis zu bröckeln, die Zahl der Abonnenten sank von 892000 auf 872000. Steigende Anwenderzahlen verzeichnet Compuserve nur noch mit dem Internet-Provider Sprynet sowie mit dem japanischen Dienst "Nifty", der stark zulegte. Insgesamt nutzen derzeit etwa 5,43 Millionen Kunden die Compuserve-Netze.

AOL ist noch interessiert

Um den Abwärtstrend jenseits des Atlantiks umzukehren, führt Compuserve in den USA und in Kanada ein Billigangebot ein. Für knapp 25 Dollar ist der Dienst inklusive unbegrenzten Internet-Zugang erhältlich. Ob Compuserve dadurch jedoch attraktiver wird, bezweifeln Marktbeobachter.

Dennoch hoffen die Verantwortlichen, mit ihrer vermeintlichen Offensive verlorenes Terrain gutzumachen und vor allem den Aktienpreis hochzuschrauben. Denn immer noch möchte die Muttergesellschaft H&R Block den Dienst abstoßen. Dafür bieten sich derzeit drei Optionen an:

Zum einen steht der Konkurrent AOL noch als Interessent bereit, allerdings scheiterten die Verhandlungen vor einigen Monaten an den unterschiedlichen Preisvorstellungen. Als zweiter Bewerber tritt nun Welsh Carson Anderson & Stowe, ein Finanzdienstleister für Venture Capital, in Erscheinung.

Und als dritte Variante diskutiert Compuserve ein Spin-off, also die Verteilung der Compuserve-Aktien auf die Anteilseigner der Muttergesellschaft. In der Folge, so vermuten Analysten, könnte der Markt mit Aktien des Online-Dienstes überschwemmt werden und der Kurs fallen. H&R Block würde damit eine Klage der eigenen Aktionäre riskieren.