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14.06.1996

Computer 2000 AG: Zog die Deutsche Bank die Notbremse? Von Arnd Wolpers*

Die Computer 2000 AG hat die angekündigte Kapitalerhöhung verschoben. Die ursprünglich für Mitte Juni angekündigte Bezugsfrist für neue Aktien läuft nun voraussichtlich Mitte August an. Das Unternehmen begründete die Verschiebung mit der spürbaren Kaufzurückhaltung und den damit zusammenhängenden Preiskämpfen in der Branche. Dies mache, wie es in München hieß, die Vorlage der Neun-Monats-Zahlen zum 30. Juni 1996 notwendig, um einen fairen Bezugspreis für die neuen Aktien zu ermöglichen.

Dieser ungewöhnliche Schritt dürfte indes eher im Zusammenhang mit den Turbulenzen im Umfeld der Deutschen Bank zu sehen sein. Deutschlands Nummer eins unter den Kreditinstituten, Konsortialführerin bei der geplanten Computer-2000- Kapitalerhöhung, kann sich auf den Kapitalmärkten nach dem jüngsten Fiasko bei Klöckner-Humbold-Deutz keine weiteren Einbußen in puncto Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und vor allem Aufsichtspflicht mehr leisten. Zudem begibt man sich als Konsortialführer in die Prospekthaftung. Zeitgewinn ist also (zunächst) angesagt.

Betrachtet man die veröffentlichten Zahlen des Computer-2000- Konzerns für das erste Halbjahr 1995/96, so drängt sich derzeit kein Engagement auf. Das Eigenkapital ist aufgrund der Abschreibung von Firmenwerten noch einmal um zehn auf 77 Millionen Mark gesunken. Damit verringert sich die Eigenkapitalquote auf gut sechs Prozent der Bilanzsumme beziehungsweise nur noch gut ein Prozent des für das laufende Geschäftsjahr erwarteten Umsatzes. Computer 2000 dreht also, wenn man so will, als Konzern ein Riesenrad mit sehr wenig Eigenkapital. Deshalb ist die jetzt verschobene Kapitalerhöhung auch dringend notwendig. Angesichts der äußerst geringen Eigenkapitaldecke genügen schon kleine Margenveränderungen, um das Unternehmen in Schwierigkeiten zu bringen.

Im ersten Halbjahr wurde im Computer-2000-Konzern mit 14,5 Millionen Mark ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Bei gleichbleibender Steuerquote und Fortschreibung des ersten Halbjahres kann für das gesamte Geschäftsjahr 1995/96 von einem moderaten Gewinn zwischen zehn und 15 Millionen Mark ausgegangen werden. Bezogen auf die voraussichtliche Kapitalerhöhung von knapp 50 Millionen würde dies einen Gewinn pro Aktie von 15 Mark bedeuten. Selbst auf dem reduzierten Kursniveau ist die C2000- Aktie also immer noch mit deutlich mehr als dem 20fachen Gewinn (Schätzung 95/96) bewertet und damit teuer. Trotz des Kursrückganges heißt es also: Aktie weiter meiden!u

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und - auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüberhinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.