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12.04.1991 - 

Optimistische Prognosen weit übertroffen

Computer-2000-Aktien lohnen es Engagement

Rasantes internes und hohes externes Wachstum haben bei Computer 2000 im Geschäftsjahr 1989/90 zu einem Ergebnissprung geführt, der die an dieser Stelle im Frühjahr 1990 geäußerte optimistische Prognose deutlich übertroffen hat. Anstatt 44 Mark je Aktie wurden 59 Mark (nach DVFA 66 Mark) erwirtschaftet.

Das starke Wachstum, die Ertragskraft und nicht zuletzt die attraktiven Kapitalerhöhungen haben dazu geführt, daß sich der Kurs seit der Empfehlung vor gut einem Jahr in der Spitze mehr als verdreifacht hat. Computer 2000 wird nach der jüngsten Kapitalerhöhung von elf auf 13,2 Millionen Mark an der Börse mit 330 Millionen Mark, also einem Drittel des für das laufende Geschäftsjahr erwarteten Umsatzes, bewertet. Zum Vergleich: Bei der Emission im Sommer 1988 belief sich die Börsenbewertung auf 90 Millionen Mark, was etwa drei Viertel des erwarteten Umsatzes entsprach.

Die Zukunftsaussichten bleiben günstig. In einer Pressemitteilung vom 27. Februar 1991 berichtet das Unternehmen vorn Geschäftsgang der ersten vier Monate des Geschäftsjahres 1990/91 (30. September). Es wurde ein Umsatz von 342 Millionen Mark erwirtschaftet, die Ertragsentwicklung verläuft weiter positiv. Der Vorstandsvorsitzende Jochen Tschunke erwartet einen Gesamtjahresumsatz von einer Milliarde Mark.

Rechnet man den Gewinn für das Geschäftsjahr 1990191 auf der Basis der Ertragskraft des vergangenen Geschäftsjahres hoch, ergibt sich ein Gewinn nach Steuern von zirka 22 Millionen Mark. Computer 2000 wird also auch heuer deutlich mehr als das Grundkapital verdienen. Das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis auf der Basis des für 1990/91 zu erwartenden Gewinns liegt bei zirka 15 - für einen aggressiven Wachstumswert eine nicht zu hohe Bewertung.

Wie positiv das Management das laufende Geschäftsjahr beurteilt, zeigt sich am Vorschlag einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln im Verhältnis 4:1 für die Hauptversammlung am 29. April 1991. Die Berichtigungsaktien werden für das laufende Geschäftsjahr von dividendenberechtigt sein. Die zuletzt gezahlte Dividende von zwölf Mark je Aktie soll gehalten werden. Ob es wieder einen Bonus geben wird (zwei Mark für 1989/90) oder ob ein Einbau des

Bonus in die Dividende erfolgt, ist offen.

Nach der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln wird es 330000 Computer-2000-Aktien geben. Die Dividendensumme für 1990/91 dürfte sich auf 3,96 Millionen Mark belaufen. Da nach Auskunft des Finanzvorstandes Klaus Laufen das Wachstum auch in Zukunft teilweise aus Eigenmitteln finanziert werden soll, dürfte sich die Pay-out-ratio, das Verhältnis der Dividendensumme zum Gewinn nach Steuern, nicht nachhaltig erhöhen.

Bezogen auf den Konzerngewinn, betrug die Ausschüttungsquote zuletzt knapp 25 Prozent. Dies erlaubt die Feststellung, daß der Unternehmensvorstand nach sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres davon ausgeht, daß 1990/91 ein Konzerngewinn nach Steuern von zumindest 16 Millionen Mark übrig bleibt. Die angesteuerten Planzahlen, die in der Vergangenheit vom Unternehmen übertroffen wurden, dürften deutlich über dieser defensiven Erwartung des Vorstands liegen.

Setzt sich das Wachstum des Unternehmens fort, so ist die nächste Kapitalerhöhung schon heute absehbar. Die aktionärsfreundliche - weil Gewinnsteigerung signalisierende - Berichtigungsaktien-Aktion zeigt, wie pfleglich das Unternehmen mit seinen Aktionaren umgeht. Die Ausgabe von Berichtigungsaktien dient regelmäßig auch der Vorbereitung weiterer Kapitalerhöhungen.

Nach dem scharfen Kursanstieg der vergangenen Wochen konsolidiert sich der Computer-2000-Kurs derzeit. Ein Rückgang um zehn bis 15 Prozent, von der Spitze aus gerechnet, wäre nicht verwunderlich und würde zu Kursen von 1150 Mark führen. Altaktionäre sollten trotz der Verdreifachung des Kurses engagiert bleiben - Neukäufe zwischen 1150 und 1200 Mark.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München.

AU: Arnd Wolpers*