Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.04.1998 - 

Verkauf erlöst Viag vom ungeliebten Distributionsgeschäft

Computer 2000 - ein Schnäppchen für Tech Data

Der Deal wird über die Viag-Tochter Klöckner & Co. AG abgewickelt, die offizielle Muttergesellschaft von C 2000. Sie erhält 2,2 Millionen Tech-Data-Aktien sowie Wandelschuldverschreibungen über 300 Millionen Dollar. Würde das Wandlungsrecht voll ausgeübt, käme der Viag-Konzern damit auf eine Beteiligung von 16 Prozent.

Durch die Fusion entsteht der nach Ingram Micro zweitgrößte IT-Distributor mit rund 9000 Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von voraussichtlich 27 Milliarden Mark (1998). Allein zehn Milliarden Mark dürfte C 2000 beisteuern. Trotz dieser Konzentration wird Ingram Micro mit Einnahmen von rund 30 Milliarden Mark weiter Marktführer bleiben.

US-Abenteuer brachte C 2000 ins Schleudern

C 2000, seit vier Jahren mehrheitlich in Händen der Viag AG, hat dem deutschen Mischkonzern bisher wenig Glück gebracht. In die Kritik geriet der bayerische IT-Großhändler nach dem mißglückten US-Ausflug 1995, als es nicht gelang, über die Mehrheitsbeteiligung an der amerikanischen Ameriquest Technologies Inc. in der Neuen Welt Fuß zu fassen.

Der Ausrutscher auf dem internationalen Parkett bescherte C 2000 zwei Jahre in Folge Verluste und den Aktionären einen Ausfall der Dividende. Allein im Geschäftsjahr 1996/97 betrug das Nachsteuerdefizit 70,4 Millionen Mark. Hinzu kam ein außerordentlicher Verlust von 104 Millionen Mark, der dadurch entstand, daß C 2000 sich mit großem Aufwand vergeblich bemühte, die US-Tochter Ameriquest Technologies Inc. zu konsolidieren.

Inzwischen scheinen die Münchner jedoch wieder aus dem Gröbsten heraus zu sein. Im ersten Halbjahr 1998 wurde der Umsatz um 22,3 Prozent auf 5,22 Milliarden Mark gesteigert. C 2000 verbuchte einen Gewinn von 80,4 Millionen Mark, die Probleme des Vorjahres (erstes Halbjahr 1997: 38 Millionen Mark Verlust) sind offenbar vergessen. Für das gesamte Geschäftsjahr wird nun ein Gewinn von 120 Millionen Mark angepeilt, die Einnahmen sollen erstmals die Zehn-Milliarden-Mark-Grenze überschreiten.

Für um so erstaunlicher halten Brancheninsider angesichts dieser Entwicklung den mit 720 Millionen Mark relativ geringen Kaufpreis. Gerüchte schießen ins Kraut, C 2000 habe sich über den Tisch ziehen lassen.

Immerhin ist C 2000 der stärkste europäische Distributor. In 30 Ländern aktiv, beliefert das Unternehmen 75000 Value Added Resellers (VARs), Systemintegratoren, Reseller und Hersteller. In Lateinamerika, wo Tech Data vor allem in Brasilien präsent ist, steuert C 2000 nun florierende Repräsentanzen in Argentinien, Chile, Peru und Uruguay bei.

In Deutschland dagegen kommt es zu Überschneidungen zwischen den Angeboten von Tech Data und C 2000. Die Amerikaner sind hier seit April 1997 über die Macroton AG aktiv, an der sie sich zu 75 Prozent beteiligten. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" spekuliert, könnte diese in Tech Data Germany umbenannte Gesellschaft bald an den US-Wettbewerber Ingram Micro verkauft werden, da man mit C 2000 hierzulande ausreichend stark positioniert sei.