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17.07.1992

Computer 2000 enttäuscht die Hoffnungen der Anleger

Der jüngste Kursrutsch des Münchner DV-Distributors entstand aus einer Mischung von überzogenen Erwartungen und enttäuschenden Zahlen. Als Mitte Juni bekannt wurde, daß im Mai 1992 erstmalig in der Unternehmensgeschichte die Planzahlen unterschritten wurden, rutschte der Kurs unter 800 Mark ab.

Die Analysetochter der Deutschen Bank AG, die noch Anfang Mai von einem Gewinn von 66 Mark je Aktie für das laufende Geschäftsjahr ausgegangen war, korrigierte ihre Gewinnschätzung auf 47 Mark. In der Folge kam es zu einer Welle unkontrollierter Verkäufe, die den Kurs auf 600 Mark drückten. Nachdem die Gewinnschätzung dann noch einmal reduziert wurde, und zwar auf 43 Mark je Aktie, setzte sich der Kursrutsch bis auf 500 Mark fort.

Die Unmittelbarkeit der Verkaufsempfehlung durch die Deutsche Bank Research erstaunt vor dem Hintergrund der Tatsache, daß die Deutsche Bank jeweils das Bankenkonsortium bei den Kapitalerhöhungen von C2000 im März und im Mai anführte.

Zur allgemeinen Verunsicherung hatte das Unternehmen selbst beigetragen, als auf einem Analystentreffen im März in München Gewinnzahlen je Aktie genannt wurden, welche sich bei Nachprüfung als nicht korrekt berechnet herausstellten. Die Anzahl der Aktien, durch die der bereinigte Nettogewinn dividiert wird, um den Gewinn je Aktie zu erhalten, war vom Wirtschaftsprüfer des Unternehmens anders berechnet worden als allgemein üblich.

Hintergrund der unterschiedlichen Auffassungen war die Frage der Berücksichtigung junger Aktien aus einer während des Jahres vorgenommenen Kapitalerhöhung. Im März hatte dieser Vorgang zu nachhaltiger Verunsicherung einiger institutioneller Anleger geführt.

Der Halbjahresbericht den C2000 für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres im Mai vorlegte, zerstreute dann wieder viele Bedenken, die Zahlen entsprachen den Erwartungen.

Jetzt, nach dem jüngsten Kursrutsch, zu verkaufen, wäre falsch. Die Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr reichen von 40 bis 50 Mark je Aktie. Für 1993 wird von Zahlen von bis zu 60 Mark ausgegangen. Die Aktie von C2000 wird damit nur noch mit dem Neunfachen des für das kommende Geschäftsjahr erwarteten Gewinns bewertet.

Allerdings bleiben diese Zahlen mit einigen Unsicherheiten behaftet. Setzen sich der Margenverfall und der Wettbewerbsdruck in der DV-Industrie längerfristig fort, könnten sich die für 1993 geschätzten 60 Mark je Aktie als zu optimistisch erweisen. Andererseits kann es im Zuge der geplanten Bildung einer Computer-2000-Holding im Herbst zu steuerlichen Vorteilen kommen, die sich positiv auf den Nettogewinn auswirken. Auf die nächsten Zahlen der AG darf man gespannt sein. Liegen sie für die ersten neun Monate im Plan, sind nach dem Kursrutsch an schwachen Tagen Käufe gerechtfertigt.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungs-Gesellschaft CMW GmbH in München. Das Unternehmen legt Wert auf folgende Feststellung: "Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo. Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet."