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Ab 199798 soll wieder profitabel gearbeitet werden

Computer 2000 legt den Traum vom Global Player ad acta

27.02.1998

Der US-Flop scheint verdaut, nun nimmt Computer-2000-Vorstandschef Walter von Szczytnicki neue Wachstumsziele ins Visier. Ein Jahr früher als geplant will er im Geschäftsjahr 1998/99 bereits die Zehn-Milliarden-Mark-Umsatz-Grenze überspringen. An Gewinn vor Steuern sollen dann 100 Millionen Mark in der Bilanz des Broadline-Distributors stehen. Als neuer Wachstumsträger ist dabei vor allem das Europa-Geschäft auserkoren.

"Unser Fokus liegt nach wie vor in Europa. Dort haben wir ausreichend Potential, um in den nächsten fünf Jahren beim Umsatz zweistellig zu wachsen und auch unseren Ertrag weiter auszubauen", betonte Szczytnicki auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens.

Von ihren einstigen hochtrabenden US-Ambitionen und dem Traum von Global Player haben sich die Münchner indes verabschiedet. Laut Szczytnicki hat das lokale Management "den Downsizing-Plan bei Ameriquest sauber abgearbeitet". Die Zahl der Mitarbeiter ist wie angekündigt von 450 auf 80 reduziert worden, die Lagerstandorte von sieben auf einen. Übriggeblieben ist letztlich nur noch der Unternehmensbereich Advanced Systems Group (ASG) - ein Nischenanbieter für High-end-Workstations, Server und Netzwerkprodukte. "Unser US-Engagement ist nunmehr überschaubar und läßt uns alle Möglichkeiten offen", war Szczytnicki bemüht, das komplett fehlgeschlagene Abenteuer USA im nachhinein schönzureden. Den Erwerb neuer US-Unternehmen schloß der Computer-2000-Vorstandschef indes aus. "Wir sind froh über die aktuelle Situation in den USA und wollen es dabei belassen." Vielmehr denkt man Szcytnicki zufolge an eine nachhaltige Bilanzpflege: "Wir wollen nun vor allem den Gewinn steigern, um unseren Aktionären Freude zu machen." Die geplagten Anleger dürften von der künftigen Konzentration auf den vielzitierten Shareholder-value gerne hören, gehen sie doch zunächst einmal erneut leer aus. Nachdem die Computer 2000 AG schon im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr die Dividende ausfallen ließ, werden die Aktionäre auch für 1996/97 kein Geld sehen. Ihnen bleibt lediglich die Hoffnung auf das laufende Fiskaljahr. Wird der angepeilte Gewinn erreicht, ist das Unternehmen zumindest wieder dividendenfähig.

Zufrieden mit der Ertragswende zum Positiven dürfte dann auch Mehrheitsgesellschafter Viag sein. Mitte 1994 bei C2000 eingestiegen und mit derzeit rund 75 Prozent an den Münchnern beteiligt, hat der Mischkonzern bislang wenig Freude an seinem Engagement im Computerhandel gehabt. Seit Monaten halten sich deshalb auch hartnäckig die Gerüchte, daß sich Viag davon trennen will.