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15.08.1980 - 

Schlüsselfertiges Zimmerreservierungssystem:

Computer als Schlechtwetterversicherung

15.08.1980

DORNBIRN/SCHRUNS (to) - Was zu tun ist, damit auch in einem verregneten Sommer oder schneearmen Winter die Kasse stimmt, hat sich das Fremdenverkehrsamt in Schruns im Montafon überlegt. Mit der Erstinstallation eines von der Vorarlberger Rechenzentrums Ges.m.b.H. (VRZ), Dornbirn, entwickelten Zimmerreservierungssystems glauben die Schrunser eine Lösung gefunden zu haben. In einer Pressekonferenz stellten die beiden Projektpartner jetzt das neue System vor.

Schon in dieser Sommersaison sollen witterungsbedingte Finanzeinbußen der Zimmervermieter mit Hilfe des im Schrunser Fremdenverkehrsamt installierten Quartier-Verwaltungssystems möglichst dadurch ausgeglichen werden, daß Anfragen von Interessenten sofort beantwortet werden können. Die oft erst durch Rücksprache mit Vermietern und "schwierige Koordinationsarbeiten" vermittelten Informationen kamen bislang nach Meinung des Verkehrsamtes in einer Vielzahl der Fälle zu spät. Durch unvollständige Auskünfte einzelner Zimmervermieter ging ein weiterer hoher Prozentsatz an Feriengästen verloren.

"Es bestand also die Notwendigkeit, eine technische Einrichtung zu schaffen, die sowohl bei schriftlichen als auch mündlichen Anfragen prompt und schnell die Möglichkeit für ein wunschgemäßes Angebot beziehungsweise eine Bestellung ermittelt", erklärt der Direktor des Verkehrsamtes, Christian Fiel. An das aus diesem Grunde installierte System sind vorerst 62 Betriebe mit einer bislang für die Anlaufphase beschränkten Anzahl von 320 Betten angeschlossen. Grundsätzlich sorgen jedoch, wie das Amt mitteilt, die Schrunser Vermieter nach wie vor selbst für die Buchung ihrer insgesamt 3800 Betten. Das Verkehrsamt agiert nur unterstützend.

1000 Betten auf Disketten

Die vom VRZ in Absprache mit dem Pilotkunden entwickelte Fremdenverkehrssoftware wird als Gesamtlösung mit dem Dialogcomputer von CTM (Computertechnik Müller, Konstanz) vertrieben. Dabei hat man sich in Schruns für die Diskettenversion entschieden, da das zu verwaltende Potential 1000 Betten, die nach Anbieterangaben damit noch problemlos verwaltet werden können, nicht übersteigen soll. Ein Tabellenzugriff hält die Antwortzeiten auch bei relativ großen Datenmengen in akzeptablen Grenzen.

Das System ist nach dem Baukastenprinzip aufgebaut und kann so an eine größere Hardware und spezielle Wünsche angepaßt werden. Für Seefeld in Tirol ist eine große CTM-Plattenanlage mit vier Bildschirmen und zwei Druckern im Gespräch. Für diese Installation soll auch ein mit der DV kombiniertes Textsystem bereitstehen. Einige Verbesserungen, die auf Grund der größeren Kapazität realisierbar sind, sollen in die Software integriert werden. Dabei wird von Rechenzentrumsseite mit Fremdenverkehrsverbänden aus den anderen Bundesländern Rücksprache gehalten, um ein weitgehend universalisiertes Softwarepaket für Verkehrsämter, Fremdenverkehrsverbände, Hotels und Reisebüros zu erzielen. So soll in Seefeld auch ein automatischer Zimmerplan für kurzfristige Buchungen angeschlossen werden.

Die praktische Arbeit wird vom VRZ folgendermaßen skizziert: Der Reservierungszentrale steht ein bestimmtes Bettenkontingent der Vermieter zur Verfügung. Ein Teil der Betten verwaltet jeder Vermieter für Stammkundschaft oder Zufallskunden selbst, um den Verwaltungsaufwand für die Buchungsmeldungen nicht unnötig zu vergrößern. Der Computer stellt freie Zimmer nach Preisvorstellung, Komfortwunsch, Art des Arrangements (wie Halb- oder Vollpension), Buchungszeitraum und anderen Angaben fest, woraus er nach einem Verteilungsschlüssel ein Vorschlagsangebot auswählt. Ein angeschlossener Drucker kann eine Angebotsliste oder Reservierungsbestätigungen erstellen.

In vielen weiteren Funktionen unterstützt dann das Rechenzentrum selbst die Datenverarbeitung, indem beispielsweise statistische Auswertungen außer Haus bearbeitet werden.

Die finanzielle Belastung für das Zimmerreservierungssystem wird vom VRZ für die Software mit etwa 12 000 Mark angegeben, die Hardware kostet zwischen 40 000 (Ausstattung in Schruns) und 130 000 Mark (großes Dialog-Plattensystem).

Informationen: Vorarlberger Rechenzentrums Gesellschaft m.b.H., Klaudiastr. 6, Postf. 5, 6850 Dornbirn, Tel.: 0 55 72/6 55 11