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26.05.1989 - 

Auf dem Weg zu einem einheitlichen Produktkonzept:

Computer Associates startet Aufräumarbeiten

GENF (qua) - Ordnung in ihren Gemischtwarenladen bringen will jetzt die Computer Associates International Inc. (CA), Garden City/ New York. Auf der diesjährigen Anwenderkonferenz "Cadre" stellte der Anbieter ein "Application Construction Environment" (ACE) vor, das den bunten Strauß von CA-Produkten in ein dreistufiges Software-Konzept einbetten soll.

Eine entscheidende Rolle spielen dabei das durch die Übernahme von Applied Data Research (ADR) akquirierte Datenbank-Management-System "Datacom" sowie die darauf aufbauenden Tools; sie bilden die sogenannte Datenmanagement-Stufe des ACE-Konzepts. Das von CA entwickelte Datenbanksystem "Universe" wird als Prototyping- und Entwicklungssystem auf der Entwicklungs- und Maintenance-Ebene eingestuft. Darüber liegt die als Life Cycle Services bezeichnete Schicht der RZ-Management-Systeme.

Wie CA-Gründer und -President Charles Wang andeutete, ist auch eine Bereinigung der Produktlandschaft geplant. Not tut eine solche Konsolidierung insbesondere in zwei Fällen: Im Bereich Sicherheitspakete sowie bei den Datenbanksystemen bietet CA jeweils zwei einander überschneidende Produkte an. Analysten vermuten deshalb, daß zumindest "Datacom" und "Universe" über kurz oder lang in ein einziges DB-System einmünden werden.

Zwar bestreitet der Anbieter vehement, daß die Tage von "Universe" gezählt seien. Doch wurde gleichzeitig das "Datacom"-Nachfolgesystem "Datacom II" angekündigt, in dem der "Datacom"-Kern mit einer Reihe von "Universe"-Features verschmolzen wurde. Das Produkt befindet sich derzeit noch im Alpha-Test.

Der Informationsaustausch zwischen "Datacom"- und "Universe"-Anwendern wurde ebenfalls bereits initiiert: War die "Cadre" ursprünglich als eine Tagung der europäischen ADR-Kunden konzipiert, so lud Computer Associates heuer auch die Anwender der eigenen Datenbank-Entwicklung dazu ein.

Die Kunden brauchen einen besseren Support

Anläßlich dieses Kongresses äußerte Wang unter anderem die Absicht, den Dienst am Kunden künftig deutlicher auf die Fahne seines Hauses zu schreiben. In dieser Beziehung hat der Softwaregigant - Jahresumsatz 1988/89 mehr als eine Milliarde US-Dollar - einigen Nachholbedarf. Wiederholt klagten die Kunden der akquirierten Unternehmen Uccel und ADR darüber, daß der Support seit der Übernahme durch CA merklich schlechter geworden sei.

Die Gründe für den mangelhaften Service mögen zum Teil dem allzu rapiden Wachstum des 1976 mit einer Handvoll Mitarbeitern gegründeten Unternehmens anzulasten sein. Seit 1981 nahmen die Umsatzzahlen jährlich um mehr als 30 Prozent zu. Am 31. März wurde ein weiteres Fiscaljahr mit einem Umsatzplus von rund 40 Prozent abgeschlossen.

Die Geschäftszahlen im deutschsprachigen Raum sehen kaum schlechter aus. Laut Geschäftsführer Mario Pelleschi kletterten die Einnahmen im vergangenen Jahr von 107 Millionen auf 136 Millionen Mark; das bedeutet eine Steigerung um etwa 30 Prozent. Über den Gewinn wollte Pelleschi noch nicht sprechen.

Großen Anteil an diesem Wachstumsschub hatten zahlreichen Akquisitionen, von denen der Uccel- und der ADR-Deal nur die spektakulärsten waren. Wang bestreitet allerding vehement, daß er seinen Geschäftserfolg lediglich auf dem Aufkauf anderer Software-Unternehmen aufgebaut habe: "Wir verfolgen nicht etwa die Akquisition als strategisches Ziel, sondern wir müssen akquirieren, um unsere strategischen Ziele erreichen zu können."

Diese Ziele decken sich mit denen vieler anderer Softwarehäuser: Einerseits gibt Wang ein klares Commitment zur Unterstützung des IBM-Konzepts "SAA" ab; andererseits arbeiten seine Entwickler daran, die eigenen Produkte auf möglichst vielen Hardwareplattformen lauffähig zu machen. Der nächste Schritt auf diesem Weg soll die Portierung der CA-Systemsoftware auf die VAX-VMS-Umgebung sein.

"Sowohl durch Eigenentwicklung als auch durch Akquisition" will Wang sich diesem Ziel nähern. Wer hier als Übernahmekandidat in Frage käme, behielt der CA-President jedoch für sich. Angesichts der Tatsache, daß der geplante Aufkauf von Management Science America (MSA) bereits in aller Munde war, als er im letzten Augenblick dann doch scheiterte, ist solche Zurückhaltung angebracht.

Zwar werden nach den Worten des CA-Präsidenten Akquisitionen auch weiterhin eine Rolle in der Geschäftspolitik des Unternehmens spielen. Doch weiß Wang auch, daß sich wohl die wenigsten Softwarehäuser freiwillig in seine Arme werfen werden und somit die MSA-Erfahrung kein Einzelfall bleiben könnte: "Feindselige Übernahme-Aktionen sind in der Software-lndustrie schwierig," konstatiert der Software-Mogul, "weil diese Branche ausgesprochen Mitarbeiter-orientiert ist."