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08.02.1980 - 

Pädagogen lernen die EDV kennen:

Computer bald auch in der Hauptschule?

MÜNCHEN - Seit dem Wintersemester 1979/80 werden an der Universität München, innerhalb der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, Verlesungen über den Einsatz der

Datenverarbeitung für Grund- und Hauptschulen gehalten. Die angehenden Pädagogen sollen mit diesen Einführungen auf die Konfrontation mit der Datenverarbeitung in ihrem späteren Berufsleben vorbereitet werden.

Die Vorlesungen werden unter dem sehr allgemein gehaltenen Thema "Computerprogramme und Datenverarbeitung für Schule und Schulverwaltung" angeboten In drei Semester-Wochenstunden erfahren die Studenten grundsätzliche Dinge über die Datenverarbeitung, lernen zwischen Hardware und Software unterscheiden und die Einsatzbereiche und -möglichkeiten sowie deren Grenzen im Bereich der Schule beziehungsweise des Unterrichts und in der Schulverwaltung kennen. Ausführliche Programmierübungen in der Programmiersprache Basic bringen die Studenten dahin, daß sie kleine Unterrichtsprogramme zur Rechtschreibung oder zum Rechenunterricht für den Einsatz in der Grundschule selbst stricken können.

Das ist jedoch nicht das vorrangige Ziel. Vielmehr steht im Vordergrund den angehenden Lehrern die neuen Nutzungsmöglichkeiten der Datenverarbeitung zum Beispiel im Rahmen der Telekommunikation näherzubringen. Auch sollen sie Einsicht in die Probleme des Datenschutzes und der Datensicherung erhalten sowie in der Lage sein, aus medienkundlicher Sicht Einsicht in eine moderne Technik zu erhalten, die das Leben der Schüler in den 80er Jahren entscheidend beeinflussen wird. Sie sollen die Möglichkeiten und Grenzen dieser Technik schon während ihres Studiums erkennen sowie in der Lage sein sich ein eigenes Urteil über die Vor- und Nachteile der Datenverarbeitung zu bilden.

Während der Programmierübungen erwerben sie zusätzlich die Fähigkeit Probleme zu zerlegen und in einen logischen Zusammenhang zu bringen, eine Fähigkeit, die heute wieder in zunehmendem Maß auch vom Schüler verlangt wird (zum Beispiel auch durch den vermehrten Einsatz programmierbarer Taschenrechner und mikrocomputergesteuerter Maschinen).

Neben der Erweiterung ihrer späteren Einsatzmöglichkeiten im Schulbereich haben diese Lehrer bei Vertiefung ihrer Kenntnisse und bei dem heutigen Lehrerüberangebot die Chance, auch in der Wirtschaft eine Tätigkeit auszuüben, die pädagogisches Verständnis im Bereich des Einsatzes der Datenverarbeitung verlangt.

Auf jeden Fall wird die Frage, ob Informatik als Pflichtfach an den Hauptschulen Chancen hat, nicht mit einem Nie beantwortet, so wie es einige Fachleute in der COMPUTERWOCHE Nummer 3/1980 auf Seite 22 behaupteten.

Prof. Klaus Jamin lehrt an der Fachhochschule München