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02.12.1977 - 

Neuburger Ausbildungs-Modell macht's möglich:

Computer-Center schafft neue Lehrlingsplätze

NEUBERG/DONAU - Das Experiment läuft gut an: Ab Mitte Dezember haben in Neuburg an der Donau "Azubis" für den Beruf "Industriekaufmann" die Möglichkeit, den EDV-Teil ihrer Ausbildung vor Ort zu bekommen, obgleich ihre Arbeitgeber weder über EDV-Anlagen verfügen, noch (als Tochtergesellschaften) nach den neuen Ausbildung-Richtlinien die Ausbildung durchführen dürften. NAM macht's möglich.

Das "Neuburger Ausbildungs-Modell" ist ein Versuch von 38 örtlichen Unternehmen, neben qualifizierter Ausbildung zusätzliche Lehrlingsplätze einzurichten. NAM-Initiator Friedrich Doerfel: "Es ist besser, ein Jugendlicher hat eine Ausbildung und ist arbeitslos, als er ist arbeitslos und hat keine Ausbildung." Doerfel, Direktor der chemischen Fabrik Franz Hoffmann & Söhne KG, ging es im August dieses Jahres darum, den durch die Installation eines Nachfolgemodells freiwerdenden Univac-Rechner U 9300 "sinnvoll weiterzuverwenden".

In einer Kleinstadt wie Neuburg ist es ein Problem für Industriekaufleute, eine entsprechende Ausbildung zu bekommen, weil das Gros der kleinen Unternehmen keine eigene EDV-Anlage hat. Für Lehrzwecke erschien der Univac-Oldtimer besonders geeignet, "weil man bei der Anlage noch mit jedem Bit per Du sein kann", so Hoffmann-EDV-Leiter Hubert Heckel, zu dessen NAM-Obliegenheit die Ausarbeitung der EDV-Lehrpläne gehört.

Aber nicht nur das Unternehmen Hoffmann steuerte seinen Obulus bei. Spontan half Univac mit Band- und Platten-Stationen im Wert von 400 000 Mark, obgleich den EDV-Verkäufern von vornherein klar war, daß sie, "hier keinen Umsatz machen, aber positive Imagepflege", wie sich Univac-Direktor Franz Niedermaier gegenüber der CW ausläßt. Insgesamt wird dieser Ausbildungsverbund von jedem Mitglied mit einem Grundbeitrag von 500 Mark pro Jahr finanziert. Darüber hinaus hat sich die Zweckgemeinschaft einen "Notgroschen" erschlossen. Auf jedem Produkt, das eines der NAM-Unternehmen verkauft, prangt ein Aufkleber, für den das Unternehmen einen Pfennig in die NAM-Kasse zahlen muß.