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13.12.1991 - 

Informationen über den Golfkrieg aus erster Hand

Computer der US-Regierung bei Hackern immer beliebter

WASHINGTON (IDG) - Wie erst jetzt bekannt wurde, haben im April und Mai dieses Jahres holländische Hacker Computer des amerikanischen Verteidigungsministeriums durchwühlt. 34 Standorte sollen betroffen sein.

In vielen der geknackten Rechner hatten die Eindringlinge Zugang zu sensiblen, allerdings nicht als geheim klassifizierten Informationen, die mit dem Nachschub für die US-Truppen im Irak zu tun hatten. Einiges davon wurde offenbar kopiert, in Einzelfällen sollen Veränderungen an den Daten vorgenommen worden sein. Offiziellen Angaben zufolge entstand jedoch kein Schaden.

Die Hacker hatten sich ihren Weg quer durch das Internet gebahnt, über Universitäts-, Regierungs- und Firmencomputer. Den Zugang zu den Systemen ermöglichten ihnen die gängigen Sicherheitslücken - nicht vergebene Paßwörter, allgemein bekannte, aber nie behobene Fehler in den Betriebssystemen. In vielen Fällen konnten sie die Systeme so manipulieren, daß ihnen der Rechner sämtliche Rechte gewährte.

Für den demokratischen Kongreßabgeordneten Dan Glickman, der das 1987 verabschiedete US-Gesetz zur Computersicherheit initiiert hatte, ist der Vorfall ein erneuter Beweis für die geringe Beachtung, die Regierungsstellen den Fragen der DV-Sicherheit schenken: "Trotz der offensichtlichen Bedrohung ziehen sie es vor, den Kopf in den Sand zu stecken."

Die Zahlen scheinen - ihm recht zu geben. Nach einer Erhebung der amerikanischen Behördenaufsicht GAO (General Accounting Office) hatte bis Mai 1990 keine einzige der öffentlichen Dienststellen geplante Sicherheitskontrollen vollständig eingeführt. Von ursprünglich 145 Sicherheitsplänen wurden gerade eben 38 Prozent realisiert. Vertreter der Dienststellen beschuldigten ihre Chefs: Knappe Budgets und Desinteresse beim Management seien die Hauptgründe für die Versäumnisse.

Die internationale Hackergemeinde nutzt die Gunst der Stunde: Während des Golfkrieges brach ein 18jähriger Israeli in die Computer des Pentagon ein und entwendete geheime Informationen, unter anderem über die Patriot-Rakete, die Hauptwaffe der Amerikaner gegen die irakischen Scud-Raketen.

Zur selben Zeit hatte sich ein 20 Jahre alter Australier in diverse Regierungs- und Firmencomputer gehackt und dabei unter anderem Dateien zerstört sowie einen Nasa-Computer für 24 Stunden lahmgelegt.