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05.01.1984 - 

MIT-Studie zeigt:

Computer fängt nur "kleine Fische"

CAMBRIDGE (cw) - Der Einsatz von Computern zur Entdeckung von Wirtschaftsdelikten ist nur gegen weniger ausgefuchste Straftäter erfolgreich. Für die wirklichen Profis stellt er dagegen sogar einen Freibrief dar. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Das routinemäßige Durchsuchen von Dateien oder der statistische Aufbau von Verbrecherprofilen mit Computerhilfe bedingt nach Ansicht von Dr. Gary T. Marx und Dr. Nancy Reichman eine Konzentration auf eine beschränkte Anzahl von Gesichtspunkten. Die beiden Experten glauben, daß diese Indikatoren trotz strenger Auswahl mit mehr Vorschußlorbeeren bedacht wurden, als sie je halten können. Dadurch werde die Aufmerksamkeit von anderen Gesichtspunkten und Verbrechensspielarten abgelenkt.

Während mit Hilfe dieser Techniken durchaus Gelegenheits- und Nachahmungstäter aufgespart werden könnten, böten sie jedoch den "Profis" nahezu eine Erfolgsgarantie: Wer das System kenne und wisse, wie es zu überlisten ist, habe freie Bahn.

Natürlich, so die MIT-Experten, verfügen nicht alle Kriminellen über Wissen und Fähigkeiten, das System zu umgehen. Deshalb gingen der Justiz auch vorwiegend nur "kleine Fische" ins Netz. Dies führe zu der schon beinahe ironischen Situation, daß wirklich ausgekochte Straftäter nahezu einen Freibrief erhielten, während gleichzeitig die Erfolge neuer Technologien in der Verbrechensbekämpfung in den Medien Schlagzeilen machten.

Der Einsatz von "Computer-Matching" ist laut Marx und Reichman im Aufwind. Momentan seien in den USA etwa 500 einschlägige Programme auf Bundes- und Landesebene im Einsatz. Zwar habe die Justiz mit dieser Methode schon einige Erfolge erzielt, doch erhebe sich die Frage nach der Verträglichkeit dieser Techniken mit den Bürgerrechten. Nach Ansicht der Autoren stellt dieser Einsatz von Computern einen weiteren Schritt in einem unaufhaltsamen Prozeß umfassender sozialer Überwachung dar.