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20.03.1987

Computer - Leasing: Anwender setzen auf Flexibilität

Nahezu jeder zweite Großcomputer, der in der hiesigen Industrie zum Einsatz kommt, ist derzeit geleast. Entscheiden sich die Anwender für das Hardware - Leasing, so sind dabei vor allem die Möglichkeit der größeren Flexibilität sowie der Kostenfaktor ausschlaggebend. Einhelliger Tenor von DV - Experten: "Ein guter Leasingvertrag erlaubt auch kurzfristig den Ausbau oder den Umtausch einzelner Systemkomponenten oder aber der gesamten Anlage." Somit sei gewährleistet, daß man nicht auf veralteten Geräten "sitzenbleibe". Software hingegen wird derzeit nur selten geleast. "Bei uns liegt es daran", so Hans - Jürgen Petrich von der Münchener Diamalt AG, "daß die von uns benötigte Software bislang immer nur im Kauf und nicht im Leasing angeboten wurde." Und Peter Czemmel, Org. / DV - Leiter bei der Agfa - Gevaert, least Software nur dann, wenn "sie Bestandteil eines Gesamtprojektes ist". bk

Bernhard Gawlik,Org. / DV - Leiter, Harry - Brot GmbH, Hamburg

Grundsätzlich gilt es, zwischen mindestens zwei verschiedenen Formen des Leasing zu unterscheiden: Finanzleasing zum einen (in Konkurrezz zu oder mit den Banken) und Leasing mit Brokern.

Das Unternehmen Harry - Brot verfolgt den zweiten Gedanken, um bei minimalen Kosten maximale Flexibilität in der Hardwareausstattung sicherzustellen. Somit bekommen wir statt reiner Finanzierungsmittel auch schneller, als IBM dies selber könnte, eine Ausstattung mit neuer, aber oft auch älterer IBM - Hardware bei deutlich geringeren Kosten. Die ältere Hardware, das heißt die direkten Vorgängermodelle, verfügen über die volle und notwendige Leistung.

Hinzu kommt noch, daß die Hardware, die unseren Anforderungen (innerhalb der Vertragslaufzeit) nicht mehr genügte, nach Rücksprache mit DV - sachverständigen Brokern bisher schnell und problemlos gegen andere ausgetauscht werden konnte. Dies ist bei den derzeitigen Verkaufsstrategien der IBM schwierig, wenn überhaupt möglich.

Wichtig ist es auch, mit einem finanzstarken und international operierenden Broker zu arbeiten, da nur hierdurch (und ohne finanzielle Überraschungen) erforderliche Hardware regelmäßig kostengünstig und schnell beschafft werden kann. Software leasen wir nicht.

Wolfgang Böhl, DV - Leiter, C. Josef Lamy GmbH, Heidelberg

Wir leasen, um in der Systemkonstellation beziehungsweise - konzeption flexibler zu sein. Vor allem bei Systemen, die in der Entwicklung sehr schnell vorangehen, ist dies erforderlich. Wir arbeiten zum Beispiel mit dem System / 38 von IBM, für das im vergangenen Jahr neue Modelle beziehungsweise eine neue Systemreihe auf den Markt kamen. Speziell in einem solchen Fall ermöglicht das Leasing den wesentlich schnelleren und problemloseren Austausch von ganzen Systemen oder aber Einheiten wie Platten oder CPUs. Hat man die Geräte gekauft, läuft man Gefahr, auf den veralteten Modellen oder Systemkomponenten "sitzenzubleiben". Somit bietet Leasing uns ein größeres Maß an Flexibilität.

Wir leasen alles was mit EDV - Hardware zu tun hat, also Bandeinheiten, CPUs, Plattenstationen oder Systemdrucker. Brauchen wir allerdings relativ preisgünstige und kurzlebige Geräte, wie etwa Bildschirme oder Matrixdrucker, entscheiden wir uns auch schon einmal für den Kauf.

Karl - Heinz Hartmann, EDV - Leiter, Komatsu Baumaschinen GmbH, Groß - Gerau

Die Geschäftsleitung hat sich für das Leasing entschieden, da sie sich nicht auf ein bestimmtes Produkt, eine bestimmte Anlage festlegen wollte. Ziel von Komatsu war, immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge zu sein. Wenn wir einen Leasing Vertrag eingehen, können wir jederzeit während der Vertragsdauer auf neue Modelle - sprich: Bildschirme oder Drucker - umschwenken und müssen nicht auf den veralteten Geräten sitzenbleiben. Ein weiteres Argument war auch der Rückkaufwert. Speziell Drucker sind nach Ablauf der Leasingzeit recht günstig zu übernehmen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt, DV - Anlagen zu leasen anstatt zu kaufen, war sicherlich, daß sich die Investitionen beim Leasen auf die Monate verteilen. Das heißt, es kommt nicht wie beim Kauf zu einer sofortigen Liquiditätsbelastung und die frei bleibenden finanziellen Mittel können anderen Projekten zugeführt werden.

Aber auch die von uns eingesetzte Software wird über einen Leasingpartner bezogen. Hier gilt das gleiche Argument wie bei der Hardware. Anfangs sind wir mit unseren Bedingungen des öfteren bei den verschiedenen Leasingunternehmen auf taube Ohren gestoßen. Dennoch ist es uns gelungen, einen Partner zu finden. Ich bin der Meinung, daß sich in Zukunft auch das Leasing von Software durchsetzen wird. Wir verwenden zum Beispiel Software von Telesystem, und diese ist teilweise schon nach eineinhalb Jahren überholt. In der Zeit Können wir wieder ein neues Paket einsetzen, was natürlich beim Kauf weitere Kosten verursachen würde.

Peter Czemmel, Org. / DV - Leiter, Agfa - Gevaert Fototechnik, München

Leasing ist für uns eine finanzstrategische beziehungsweise firmenpolitische Maßnahme. Wir haben Leasingpartner, die uns die Möglichkeit geben, aus bestehenden Leasingverträgen auszusteigen beziehungsweise Folgeverträge abzuschließen. Dies erlaubt uns, bei gegebenem Anlaß ohne größere Probleme Systemeinheiten wie CPUs oder Platten auszutauschen. Dabei versuchen wir natürlich, für Geräteklasse oder - typ eine bestimmte, uns sinnvoll erscheinende Leasingdauer festzulegen. Ein Bildschirmgerät zum Beispiel auf 54 Monate zu leasen, wäre nicht gerade ideal.

Wir leasen alles rund um die Hardware, zum Teil auch Bildschirme, wenn sie in großen Mengen benötigt werden oder Bestandteil eines Gesamtprojektes sind. Einzelne Bildschirmgeräte, die in Größenordnungen von fünf bis zehn Stück an - oder nachgefordert werden, kaufen wir inzwischen auch über die jeweilige Kostenstelle. Software haben wir bislang nur geleast, wenn sie zu einem Gesamtprojekt beziehungsweise - system gehört.

Hans - Jürgen Petrich, DV - Leiter, Diamalt AG, München

Wir haben die Erfahrung gemacht, daß Leasing für uns günstiger als ein Kauf ist. Das fängt im steuerlichen Bereich (Körperschaftssteuer, Betriebs - und Gewerbesteuern) an und geht bis hin zu der Möglichkeit, innerhalb der Leasingdauer ohne größere Schwierigkeiten Systemwechsel vornehmen zu können. Letzteres ist gerade beim Kauf nicht möglich. Wir hatten einmal eine Anlage gekauft. Doch dann saßen wir irgendwann auf dem veralteten System und konnten es weder kostenlos austauschen noch auf irgendeine Weise veräußern. Jetzt haben wir mit unserem Leasingpartner Vertragsbedingungen, die uns gestalten, auch innerhalb der vertraglich vereinbarten Leasing - Dauer bereits Systemteile oder sogar ganze Anlagen auszutauschen oder aber unsere vorhandene Hardware zu erweitern. Und deshalb gibt es jetzt für uns nur noch Leasing, weil es unter den genannten Gesichtspunkten für uns sowohl günstiger als auch billiger ist.

Das Leasing umfaßt unsere gesamte Hardware. Software hingegen haben wir bislang immer nur gekauft (beziehungsweise selbst programmiert), denn die von uns benötigte Fremdsoftware wurde nur im Kauf angeboten. Für diese Fremdsoftware schließen wir aber Wartungsverträge ab die uns garantieren, auch in diesem Bereich immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu sein.

Jörg Wehling, Leiter Orga und EDV, Arab Banking Corp. - Daus + Co. GmbH, Frankfurt

Wir haben unsere gesamte DV - Konfiguration geleast, weil wir die Erfahrung gemacht haben, daß gerade im Hardwarebereich in schneller Wechsel von Jahr zu Jahr von den Computerherstellern vorgegeben wird. Mit gekauften Anlagen sehen wir uns selbst im Weg. Wir hatten einmal eine DV - AnIage gekauft, eine /34, doch schon zwei Jahre später haben wir uns damit selbst überholt und mußten aufrüsten. Damals stießen wir dann auf unseren heutigen Leasinggeber, und wir können über diese Zusammenarbeit nur Positives sagen.

Denn jetzt ist es uns, gerade wenn während einer Laufzeit neue Produkte auf den Markt kommen, sehr schnell und einfach möglich, von einem auf das andere umzusteigen. Das ist der Hauptpunkt, weswegen wir uns entschlossen haben, die Geräte nicht mehr zu kaufen. Außerdem bekommen wir bei unserem Leasinggeber auch eine fachliche Beratung sowie Systemlösungen aus einer Hand, inklusive integrierter PC - Lösung.

Die Software wird allerdings nicht geleast. Unser Konzern hat eine eigenentwickelte Software im Einsatz, die auch selbst gewertet und gepflegt wird. Da kann unser Leasinggeber nichts liefern.

Horst Linke, Leiter der Verwaltung, Ytong AG, München

Wir machen kein Finanzleasing, sondern arbeiten mit Mietverträgen. Mieten ist vor allem dann interessant, wenn es um die Anschaffung von langlebigen Geräten oder Systemen geht. Bei Zentraleinheiten zum Beispiel ist die technische Entwicklung so schnell, daß man möglichst versucht, im Laufe der an sich längeren Lebensdauer dieser Systeme auf ein effektiveres System umzusteigen. Wir haben uns deshalb mit einer Mietfirma zusammengetan die auch im Gebrauchtmaschinenhandel tätig ist, so daß bei Bedarf der Austausch vorhandener Systeme gegen neuere, andere, größere oder kleinere Geräte im gesamten Bestand möglich ist.

Im Prinzip haben wir bis auf die Software alles gemietet. Allerdings gibt es durchaus auch Geräte, bei deren Anschaffung ein Kauf sinnvoller ist - zum Beispiel Bildschirme. Diese kosten inzwischen nur noch 2000 bis 3000 Mark, so daß sich hier der gesamte Verwaltungsaufwand für einen Mietvertrag nicht lohnt.