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30.05.1975

Computer-Leasing die Alternative zur Miete

Helmuth Pütter, Leiter der Hauptabteilung Organisation und Datenverarbeitung, Gutehoffnungshütte Sterkrade AG

Nicht erst der ungünstige Konjunkturverlauf hat in vielen Unternehmen zu kritischer Betrachtung der EDV-Kosten geführt. Immer häufiger ordnen Unternehmensleitungen Maßnahmen mit der Zeitung an, zumindest den Hardwareetat einzufrieren oder gar zu senken.

Geht man auf der Suche nach geeigneten Möglichkeiten zur Kostensenkung davon aus, daß die Anschaffung eines Computers einer Investition von Betriebs und Geschäftsausstattung gleichzusetzen ist, dann überrascht es, daß die überwiegende Anzahl der EDV-Anlagen gemietet ist. Die dabei von den Herstellern für die Mietkalkulation angenommene Amortisationszeit von vier bis fünf Jahren orientiert sich zwar an der technischen Weiterentwicklung der EDV-Systeme, liegt aber doch erheblich unter der möglichen technischen Nutzungsdauer. Durch die in den vergangenen Jahren in immer kürzeren Abständen angebotene neue Hardware, verbunden mit komfortablerer Software und günstigeren Preis-/Leistungsverhältnissen, mußte sich bei den Anwendern der Eindruck festsetzen, daß längerfristige Bindungen zwangsläufig zu Nachteilen führen würden. Inzwischen kann man jedoch aus den Erfahrungen ableiten, daß die effektive Nutzungszeit gemieteter Anlagen ebenfalls weit über der vom Hersteller für die Kalkulation angenommenen Dauer liegt.

Es ist aber auch nicht auszuschließen, daß heute noch die Vertriebspolitik des Marktführers der Branche, dem erst ende der 50er Jahre durch Gerichtsbeschluß auferlegt wurde, seine Erzeugnisse nicht nur zu vermieten, sondern auch zum Kauf anzubieten, zu dem "Mietbewußtsein" des Anwenders beiträgt.

Andererseits sind mittlerweile die Rechner der sogenannten dritten Computergeneration technisch ausgereift und mit leistungsfähiger Software versehen. In der Fällen, in denen aus vertriebspolitischen Gründen durch den Hersteller die Ausbaufähigkeit insbesondere der Hauptspeicher limitiert wurde, liefern Mixed Hardware-Anbieter zu günstigen Konditionen funktionierende Erweiterungen.

Es sind heute also durchaus günstige Voraussetzungen gegeben, sich über bessere Alternativen als der Anmietung von Computern Gedanken zu machen.

Während jedoch beim Kauf einer EDV-Anlage erst eine Amortisationszeit von sieben bis acht Jahren zu wirtschaftlichen Ergebnissen führt und ein solcher Zeitraum als Planungsgröße insbesondere bei noch in der Ausdehnung befindlichen EDV-Anwendungen Risiken birgt, bringt ein Leasing-Vertrag bereits bei erheblich

kürzeren Laufzeiten interessante Einsparungen gegenüber dem Mietverfahren. Zwar kalkuliert der Leasinggeber auch mit einer Nutzungsdauer von ca. acht Jahren, geht aber davon aus, daß nach Ablauf des ersten Vertrages die Vermietung des Objekts noch an weitere Anwender möglich ist.

Diese Überlegungen haben bei der Gutehoffnungshütte Sterkrade Aktiengesellschaft dazu geführt, die seit Dezember 1973 installierte Zentraleinheit der Rechenanlage ab 1. 7. 1974 für fünf Jahre über ein Computer- Leasingunternehmen zu leasen.

Voraussetzung zu diesem Schritt war eine Langfristplanung der Umstellungsvorhaben. Während der Vertrags-Laufzeit notwendig werdende Kapazitätserweiterungen, insbesondere im Hauptspeicher- und im Kanalbereich, sind möglich. Die Peripheriegeräte wurden nicht in den Leasing-Vertrag einbezogen, um diesen Teil der Anlage den steigenden Bedürfnissen unserer stark TP-bezogenen Anwendungen flexibel anpassen zu können. Die sechsmonatige Mietphase gab uns vor der langfristigen Bindung die Bestätigung der technischen Zuverlässigkeit der Maschine.

Diese "Probezeit" wurde erleichtert durch eine 55prozentige Mietgutschrift, die der Hersteller unserer Anlage beim Kauf einer bereits gemieteten Maschine gewährt.

Die einsparung durch den Leasingvertrag beträgt gegenüber der Miete die wir heute zu zahlen hätten in unserem Falle 21,5 Prozent. Ein Wartungsvertrag mit dem Hersteller sichert uns in gleicher Weise Betriebsbereitschaft und Anpassungsausrüstung der Zentraleinheit wie beim Mietverhältnis. Für die Laufzeit des Leasingvertrages können wir mit gleichbleibenden Kosten rechnen. Preiserhöhungen, auch die von mehreren Herstellern im Februar 1975 vorgenommenen Erhöhungen berühren uns nicht. Mehrbenutzungsgebühren werden nicht berechnet.

Zusammenfassend kann man feststellen, daß uns der Leasingvertrag eine nennenswerte Kostenreduzierung gebracht hat. Dabei bewerten wir den Nachteil, der durch das Angebot eines günstigeren Rechners während der Bindungszeit entstehen könnte, relativ gering.

Auch bei bestehendem Mietverhältnis würden wir von einem solchen Angebot nicht umgehend Gebrauch machen, denn zwischen Ankündigung neuer Rechner und Auslieferung liegt eine erhebliche Zeitspanne. Weiterhin sollte man erfahrungsgemäß insbesondere bei umfangreicher TP-Anwendung nicht bei den Erstinstallationen sein.