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28.10.1994

Computer lernen das Hoeren und Organisieren Orgatec-Streiflicht: IBM und Co. unter Moebeln und Diktiergeraet

KOELN (ua) - Gaehnende Leere - das war der Eindruck, den Besucher zumindest am ersten Messetag von der Orgatec bekommen mussten. Es war eine Messe ohne die grossen Datenbankanbieter, ohne Lotus, Novell und Microsoft, ohne die Hardwarelieferanten Compaq oder Hewlett-Packard. Als Highlights entpuppten sich Sprach-Server, Workflow- und Dokumenten-Management-Produkte sowie IBMs neues Mittelstandskonzept fuer Anwendungen.

Wollte die Messegesellschaft auch den Eindruck erwecken, der gesamte Standplatz der High-Tech-Hallen 1 bis 8 sei vermietet, konnte doch jeder Besucher leere Flaechen bemerken. Wie die Messe- und Ausstellungs-GmbH, Koeln, einraeumte, waren von den insgesamt 260000 Quadratmetern Ausstellungsflaeche netto nur 125120 Quadratmeter belegt; 1992 waren noch 142330 Quadratmeter vermietet worden. Nach ersten Schaetzungen der Messe besuchten rund 141000 Personen die Orgatec; 1992 waren es zirka 160000.

Ausstellungshits im Softwarebereich waren neben den Dauerbrennern Zeiterfassung und Finanzwirtschaft Anwendungen fuer Dokumenten- Management und Workflow. Waehrend Anbieter von Dokumentenverwaltungen noch darum ringen, Bedeutung und Reichweite dieses Aufgabengebiets verstaendlich zu machen, scheint sich beim Workflow bereits ein Standard zu etablieren.

IBM peilt den Mittelstand an

Eine gemeinsame Plattform wollen sich auch die frischgebackenen Partner der IBM Anwendungssysteme GmbH erarbeiten. Basis der Zusammenarbeit ist, so wurde auf einer Pressekonferenz deutlich, die bisher AS/400-orientierte betriebswirtschaftliche und logistische Standardsoftware "MAS90". Von dem Ettlinger Softwarehaus Command GmbH uebernommen, wurde die Loesung von IBM mit einem dreistelligen Millionenaufwand modifiziert. Die IBM Deutschland GmbH hatte die 100prozentige Tochter vor etwa zwei Monaten gegruendet. Geschaeftsfuehrer ist Peter Kirn.

An der Entwicklungskooperation beteiligt sind die Rembold + Holzer EDV Beratung GmbH, Breisbach, die Update GmbH, Kulmbach, die PSI AG, Berlin, und die GUS mbH, Koeln.

"Wir planen eine offene Anwendungsarchitektur, in die sich Branchenloesungen einbinden lassen", kuendigt Kirn an. Zwar werde es 1995 noch ein Update des bisherigen Produkts geben, das Mehrsprachigkeit und einen Variantengenerator unterstuetzt, doch zugleich beginne die Arbeit an der vollstaendigen Erneuerung des Produkts in C++. Aus "MAS90 wird MAS90 Open".

"Offenheit" definiert Kirn als Aufwaertskompatibilitaet der Applikationen und Hardware-Unabhaengigkeit. Die bereits angekuendigten Portierungen des RPG/Cobol-Codes nach C beziehungsweise auf RS/6000 oder OS/2 fallen daher unter den Tisch. "Proprietaere Software, wie SAP sie bietet, ist nicht unser Ziel", verkuendet Kurt Rembold, Geschaeftsfuehrer von Rembold + Holzer.

Als Server-Plattformen sind laut Kirn OS/400, OS/2, AIX sowie andere Unix-Derivate denkbar, auf der Client-Seite Windows, Windows NT, OS/2 und AIX. Die Geschaeftspartner sehen im Mittelstand ein Zwei-Milliarden-Mark-Potential mit einer jaehrlichen Wachstumsrate von 16 Prozent. Dabei wolle die IBM- Tochter die Basistechnologie stellen: die "Middleware DB/2" als Grundlage fuer ein gemeinsames Datenmodell, objektorientierte Tools und Methoden auf der Basis von Taligent und Workplace-OS, so Kirn.

Letztlich, im Jahr 1996, sollen alle integrierten Loesungen fuer den Anwender wie eine einzige Anwendung aussehen und funktionieren.