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16.05.1975

Computer lernen lehren

Seit Jahren bemühen sich Hochschulinstitute, Forschungsgesellschaften und Schulen, Lehrprogramme zu schaffen, die den Vortragsunterricht auflockern oder gar ablösen sollen. Das wohl alle Schüler zu der bekannten tödlichen Langeweile verdammende rezeptierte Lernen soll aktivem Erarbeiten weichen.

MÜNCHEN - Inhaltlich eignen sich vor allem naturwissenschaftliche Sfoffe für die Aufbereitung als Lehrprogramm, also zum Beispiel Mathematik, Physik, Chemie, Biologie. Die Didaktik im interaktiven Verkehr mit einem Computer ist eine andere als bei programmierter Unterweisung auf der Basis von Büchern oder Tonbändern. Ein Computer ist im Prinzip zu schade dafür, Lehrinhalte nur zu präsentieren und den Schüler sie passiv aufnehmen zu lassen. Deswegen steht hier im Vordergrund eine Methode, die Fachleute "Schrittweises selbst entdeckendes Lernen" nennen.

Der Lernende bestimmt

Im computergestützten Unterricht hat der Schüler eine Datensichtstation vor sich mit der dazugehörigen Tastatur. Der Schüler kann den Ablauf des Unterrichts entsprechend seinem jeweiligen Lernvermögen und seinem Erfolg, respektive seinen Reaktionen auf die Problemstellung, individuell gestalten. Er bestimmt nicht nur das Tempo des Lernens, sondern er kann auch den Schwierigkeitsgrad selbst bestimmen, mit dem ihm der Lehrstoff präsentiert wird.

Anhand von Übungen und Kontrollfragen, die der Schüler beantworten muß, erkennt das Programm unbestechlich ob er tatsächlich mitkommt.

50 Stunden Aufwand für eine Stunde computerunterstützten Unterrichts

Um einen Computer zu veranlassen, im Sinne eines didaktisch optimalen Programms mit dem Schüler in Dialog zu treten, sind umfangreiche Vorbereitungen seitens eines Lehrers erforderlich. Einerseits muß der Stoff in Bausteine, Gruppen und Lernschritte zergliedert werden. Andererseits muß eine geeignete Didaktik dem Schüler den Stoff schrittweise näherbringen und ihm zum Problemverständnis verhelfen. Anders als beim Vortragsunterricht ist der Stoff nach der Methode des entdeckenden Lernens so aufzubereiten, daß der Schüler ständig angeregt wird, das Problem selbst weiter zu denken. Er kann aber nun auch eine Sache, ein physikalisches Experiment oder einen mathematischen Beweis zum Beispiel nacherfinden. Hier muß der Programmgestalter - Lehrprogrammierer - bei der Entwicklung des Programms die möglichen alternativen Antworten, die ein Schüler geben kann mit einrechnen.

Ein Teach-ware-Spezialist hat mit der Logik der Stoffaufbereitung alle Hände voll zu tun. Er kann sich nicht auch noch um die Realisierung in einer der gängigen Programmiersprachen kümmern, die für diese Zwecke zu umständlich sind.

Nicht nur für die Schule

Deswegen entstanden besondere für Lehrprogramme geeignete Sprachen, sogenannte Autorensprachen. Diese sind von allem für die Erstellung von Lehrdialogen geeignet.

Aber nicht nur in der Schule sondern auch bei Weiterbildung oder Spezialausbildung für die Arbeit an Geräten ist CUU geeignet. Die Lufthansa hat für ihre Buchungsplätze Univac-Anlagen und -Terminals angeschafft. Die Terminal-Bedienung ist mittels computergestützter Unterweisung am Terminal selbst zu erlernen. Ähnliches bietet sich an für Telefonistinnen, Datentypistinnen, Test- und Wartungstechniker, Maschinenwarte und Flugzeugführer. Letztlich wird CUU überall dort interessant, wo viele Terminals an Großsystemen angeschlossen sind.