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Streit Pierre Boulez-Jannis Xenakis:


10.04.1981 - 

Computer-Musik im Wahlkampf

PARIS (bi) - Ins Computer-musikalische Gehege sind sich zwei berühmte zeitgenössische Komponisten geraten: Pierre Boulez, dem man Chancen nachsagt, als Hausherr ins französische Kultusministerium einziehen zu können, und Jannis Xenakis, der für sich in Anspruch nehmen kann, Computer-Musik als einer der Ersten einem breiteren Publikum zugänglich gemacht zu haben.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, daß das üppig subventionierte Institut für akustisch-musikalische Forschung (IRCAM), dessen Chef Boulez ist, im "Strudel des französischen Präsidentenwahlkampfes in die Schlagzeilen" der Tagespresse geraten sei. Wortführer der Attacken ist Jannis Xenakis, der Boulez beziehungsweise IRCAM vorwirft, überproportinal subventioniert zu sein, musikpolitische Monopolansprüche zu vertreten und nicht den Mut aufzubringen, noch nicht zu "Klassikern der Avantgarde" avancierte Gegenwartskomponisten zu helfen. Auch die technische Ausrüstung des Instituts wurde bemängelt. Die Süddeutsche Zeitung wertet die Angriffe von Xenakis als Polemik.

Eine von Boulez einberufener Kongress über Computer-Musik kommt unter anderem zu dem Ergebnis, daß Computertechnik auch im musikalischen Bereich schon bald massenweise und in billigen Geräten verbreitet sein könnte, so daß Computer-Musik auch zum Problem für die allgemeinbildende musikalische Unterweisung werde. Xenakis nimmt dieses Problem ebenfalls ernst und - so die Süddeutsche Zeitung - deswegen war es auch möglich daß ein scheinbar so esoterisches Thema wie das der Computer-Musik in die Hitze des aktuellen französischen Wahlkampfes geriet.