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Automation des kommunalen Friedhofswesens:


13.04.1984 - 

Computer verwaltet letzte Ruhe

Die Automation in der deutschen Kommunalverwaltung ist weit fortgeschritten. Moderne DV-Verfahren werden zur computergestützten Erledigung von Aufgaben in den meisten Bereichen der Stadt- und Gemeindeverwaltungen eingesetzt. Zu solchen Bereichen zählen das Einwohnerwesen, die Personalangelegenheiten, das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen. die technischen Gebiete (Bau und Kataster). Heinrich Adolphs, Kreisoberwaltungsrat in Siegburg, beschreibt Einsatzmöglichkeiten der Datenverarbeitung in diesem Bereich.

Es gibt wohl kaum noch eine Kommunalverwaltung in der Bundesrepublik, die nicht zahlreiche Aufgaben mit Hilfe der Automation erledigt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Verwaltung einen eigenen Computer einsetzt - wie bei Großstädten üblich - oder sich eines regionalen Gebietsrechenzentrums bedient (sogenannte gemeinsame kommunale Datenverarbeitung - GKD - ).

In letzter Zeit sind nicht mehr so viele gemeindliche Aufgabenbereiche neu in die Automation übernommen worden, wie dies in den vergangenen Jahren der Fall war. Das liegt daran, daß nach und nach alle automatisierbaren Arbeiten - oder doch wenigstens diejenigen, die man für automatisierbar hält - der Datenverarbeitung zugeführt sind. Die in den kommunalen Datenzentralen vorhandene Organisations- und Programmierkapazität ist mehr dazu genutzt worden, bestehende DV-Verfahren in ihren materiellen Leistungen zu erweitern und/oder technisch zu modernisieren (wie neue Betriebssysteme, Datenbanken, Datenfernverarbeitung, Bildschirm am Arbeitsplatz, bessere Antwortzeiten).

Zu den gemeindlichen Aufgaben, die bisher nicht automatisiert sind - jedenfalls ist es mir trotz jahrelanger, regelmäßiger Auswertung aller Fachliteratur nicht bekannt geworden - gehört das kommunale Friedhofswesen. Das ist eigentlich verwunderlich, denn dieser, zu den klassischen gemeindlichen Aufgaben zählende Bereich, müßte sich nach den für ihr herrschenden Problemstellungen und Arbeitsbedingungen gut für eine computergestützte Erledigung eignen.

Die meisten deutschen Städte und Gemeinden unterhalten Friedhöfe. Das gilt nur dort nicht, wo andere Träger, vornehmlich die Kirchen, diese Aufgabe noch erfüllen. Deshalb müßte ein breites Interesse an Lösungen bestehen, was einer überregionalen Zusammenarbeit förderlich wäre.

Die Verwaltung der Friedhöfe weist typische Merkmale automatisierbarer Aufgaben auf: Es sind große Datenmengen über lange Zeit (Ruhedauer etwa 30 Jahre) zu verwalten. Täglich kommen Beerdigungen hinzu. Besonders in Zuzugsgebieten weitet sich der Datenbestand stetig aus.

An Daten sind zu speichern:

- Name, Vornamen, Geschlecht, Geburtsdatum, Sterbedatum, Beerdigungsdatum, letzte Anschrift, Religion, Ruhefrist des Toten.

- Name, Vorname und Anschrift des Hinterbliebenen beziehungsweise Nutzungsberechtigten. Hier sind möglicherweise mehrere Personen alternativ zu speichern - Ehegatte, Kinder - die Adressen sind im Datenbestand zu aktualisieren.

- Lage des Grabes auf dem Friedhof.

- Art des Grabes (Reihengrab, Einzelgrab, Doppel- oder Mehrfachgrab - Lage des Toten im Grab: rechts, links, unbelegt -, Urnengrab, Kindergrab).

- Art und Aufstellung des Grabdenkmals, Art der Einfassung.

Wenn alle relevanten Daten gespeichert sind, können zahlreiche Auswertungen aus dem Bestand zu beliebigen Zwecken erfolgen:

- Rechtzeitig vor Ablauf der Ruhefrist können die Hinterbliebenen oder Nutzungsberechtigten angeschrieben werden (Wiedererwerb)

- Regelmäßige Grabsteinprüfung auf Standfestigkeit; Unterrichtung des Unterhaltspflichtigen.

Wichtig ist auch die Wahl des Ordnungsbegriffs. In ihm müßten beispielsweise Friedhof und Lage des Grabes zum Ausdruck kommen.

An welche Integration zu anderen automatisierten Aufgabengebiete ist zu denken?

Einwohnerwesen

Die Verstorbenen sind in der überwiegenden Zahl der Fälle Einwohner der Gemeinde. Die im Einwohnerwesen gespeicherten Daten können ohne erneute Datenerfassung übernommen werden.

Kassenwesen

Eine Beerdigung löst verschiedene Gebührenerhebungen der Gemeinde aus (Grabkauf, Grabbereitung, Träger, Trauerfeier). Über die zu veranlagenden Beträge können per Computer Bescheide erteilt werden. Für die Überwachung des Geldeingangs (Soll-Ist-Vergleich) können dem Kassenwesen Datensätze überspielt werden.

Betriebskostenabrechnung

Kommunale Friedhöfe sind kostenrechnende Einrichtungen. Für sie sind zum Teil bereits automatisierte Verfahren im Einsatz, in die die Daten der Gräberverwaltung übernommen werden können.