Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.01.1975

COMPUTER zeichnet, was der MENSCH nicht sieht

BONN - Archäologen sind auf technische Hilfsmittel angewiesen, wenn sie nicht ständig von der Baulawine überrollt werden wollen. Um rechtzeitig zu verhindern, daß da Baugenehmigungen erteilt werden, wo wichtige Fundstellen liegen, und um Ausgrabungskosten zu sparen, hat das Rheinische Landesmuseum Bonn einen Computer eingesetzt.

Um neue Fundstellen zu entdecken und zu kartieren, hat man zunächst systematisch die Luftfotografie eingesetzt. Durch Verfärbungen und unterschiedlich hohen Wuchs vor allem bei Getreidefeldern werden auf dem Luftbild beispielsweise die Umrisse längst verschwundener Gebäude sichtbar. Was auf dem Foto sichtbar ist, wird mit einem Monokoparator, ausgemessen und mit Hilfe eines Computers nach den Methoden der analytischen Photogrammetrie in Kartenkoordinaten , übertragen. Geländemessung und Luftbildergebnisse stimmen bis auf +/- 50 Zentimeter überein. Um auch das sichtbar zu machen, was man nicht einmal aus der Luft sieht, werden Differential-Proton-Resonanz-Magnetometer verwendet. Mit diesen Geräten können magnetische Anomalien festgestellt werden. Bauwerke, deren Reste nicht allzu tief im Boden liegen, hinterlassen solche meßbaren Anomalien im erdmagnetischen Feld.

So geht man in der Praxis vor: In dem fraglichen Gebiet wird in Meter-Intervallen eine Sonde eingestochen, die über Leitungen mit dem Magnetometer verbunden ist. Das Magnetometer ist in einem Spezialfahrzeug montiert. Die Meßwerte werden auf Lochstreifen im Fahrzeug aufgezeichnet. Die Daten werden in der Universität Bonn verarbeitet. Ergebnis ist unter anderem eine Computerzeichnung von der Fundstelle.

Von einer 20 x 20-Meter-Fläche können zwei Mann innerhalb von 20 Minuten 441 Meßwerte gewinnen; Aufzeichnung und Auswertung erfolgen vollautomatisch. Verwendet wird die IBM 370/168 der Universität Bonn und ein Calcomp 1670 Mikrofilm-Plotter.

Anhand der Zeichnungen und der sonstigen Daten wird entschieden, ob und was ausgegraben werden soll und was lediglich registriert werden muß. Dr. Irwin Scollar vom Landesmuseum: "Wir haben ganz wesentliche Einsparungen bei den Ausgrabungskosten erzielen können. Außerdem konnten wir verhindern, daß für eine Reihe von Gebieten Baugenehmigungen erteilt wurden, weil wir mit den Computerzeichnungen beweisen konnten, daß unter der Oberfläche Funde verborgen waren."