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19.08.1983 - 

Intelligenz und soziale Herkunft kein Geheimnis mehr:

Computer zur Schriftanalyse einsetzen

NEW HAVEN (CW)-Ab 1984 soll ein Computer so programmiert werden können, daß er aus einer handschriftlichen Korrespondenz Informationen über den jeweiligen Bewerber bieten kann. Die Personalabteilung könnte sich dann über soziale Schicht. Intelligenzniveau. Selbstsicherheit sowie Geschlecht und Alter Auskünfte holen. Diese Hinweise ergäben sich aus dem Stil und der Struktur des Briefs, den Formulierungen und dem verwendeten Vokabular.

Spezialisten haben Möglichkeiten gefunden, festzustellen, wann bestimmte Formulierungen in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen wurden, also wäre es gar nicht so problematisch, einen Computer zur Beurteilung des Alters auf Basis dieser Informationen zu programmieren. Nach Angaben einer Marktforschungsgesellschaft in Norwalk, Connecticut, wird derzeit experimentell ein Programm für künstliche Intelligenz entwickelt, das den Schriftstil, die Syntax und den Aufbau eines jeglichen Dokuments auswerten kann, das von Managern eines Unternehmens erstellt wird. Der Weg von dort zur Auswertung der Korrespondenz, die von außen zu den Managern gelangt, sei gar nicht - mehr so weit.

Der für die Ausarbeitung des Programms derzeit angegebene Zweck ist, die Kommunikationsform in der Geschäftswelt zu verbessern, indem ,die Stilfehler in von Managern ausgearbeiteten Kommunikationsentwürfen festgestellt werden, erklärt die International Resources Development Inc., (IRD) Norfolk. Das System sei so programmiert, daß müde, veraltete oder hochgestochene, unmöglich lange und auch verklausulierte Ausdrucksweisen ausgesiebt werden. Letztendlich könnte das eingehende "Material' gesichtet und eine Zusammenfassung mit Herausstellung der für bestimmte Manager besonders wichtigen Fakten hergestellt und für späteren Abruf abgespeichert werden. Daher rechnet die IRD damit, daß sich für die künstliche Intelligenz innerhalb von zehn Jahren ein Markt in der Größenordnung von acht Milliarden Dollar entwickelt.

Die Forscher meinen nun, daß mit Hilfe eines solchen Programmes, soziale Herkunft und die allgemeinen Charakterzüge des Schreibers festgestellt werden könnten. So sei es möglich, kleinste Nuancen in der Ausdrucksweise festzustellen und in Relation zur sozialen Schicht des Schreibers zu setzen. "Wir sehen die Entwicklung der Programme bis zu einem solchen Verfeinerungsgrad voraus, daß aus einer nur relativ kurzen Mitteilung des Schreibers erhebliche Informationen über ihn abgeleitet werden können", meint David Ledecky, Forscher bei IRD. Die autodidaktischen Fähigkeiten der Systeme mit künstlicher Intelligenz werde es diesen ermöglichen, den Unterschied in den Schreibstilen zu erlernen und zu erkennen, ob sie sich beispielsweise in Bronx, Harlem oder San Diego entwickelt haben.