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30.05.1980

Computerautonomie durch Softwareautonomie

Dipl.-Ing. Peter Staudigl Studiengesellschaft für angewandte Kybernetik Wien, aus einem Vortrag auf dem ADV-Kongreß

Durch das überaus rasche Wachstum in der Computerbranche kommen zusehends mehr Betriebe in einen Wissensnotstand, was die Automation verschiedener Abläufe betrifft. Die EDV-Abteilung entwickelte sich aus der Buchhaltungsabteilung, welche zuerst die Verwaltungsautomation mit Buchhaltungsautomaten bewerkstelligte. Alsbald wurde von den Buchhaltern als auch von den nachfolgenden EDV-Leitern erkannt, daß ihre Stellung im Betrieb eine gewisse "Macht"-Position darstellt.

EDV-Situation in Betrieben heute

Mit zunehmenden Automationsgrad wurde diese Stellung hochwertiger und die Geschäftsführung verstärkt auf die Aussagen der DV-Abteilung angewiesen.

Die Entscheidungen für den Automationsgrad einer Firma werden heute des öfteren von einzelnen Abteilungen getroffen; die Geschäftsleitung bekommt meistens nicht die Kennzahlen, welche sie benötigt, um Entscheidungen rasch und sicher zu treffen.

Dieser Zustand führt zu einem allgemeinen Unmut über die Datenverarbeitung und entfernt die Führungskräfte immer weiter von der realen Betriebssituation. Die Führung haben damit teilweise unkompetente Personen übernommen, welche von den Sachproblemen oft wenig Ahnung haben.

Diese paradoxe Situation fördert innerbetriebliche Machtkämpfe und verringert die Zeit, um produktive Arbeit zu leisten. Die Führungskräfte müssen ihre EDV-Unkenntnis verschleiern, die DV-Fachleute verstehen mit ihrem eingeengten Denken nicht die wirkliche Notwendigkeit gewisser Abläufe.

Dicke EDV-Listen werden als Machtsymbol gesehen und die wirklich notwendigen Statistiken - welche meist nur eine Seite als Überblick umfassen - nicht angefordert oder nicht erstellt.

Der Nimbus der EDV aus Unternehmersicht

Aus diesen und vielen anderer Merkmalen entstand auf Unternehmerseite ein Nimbus der EDV, welcher aus vielen unergründbaren Geheimnissen und Ausdrücken der Geheimwissenschaft von anno dazumal sehr nahe kommt... Somit hat die Datenverarbeitung des öfteren einen isolierten Stand im Unternehmen erreicht, welcher aus der Sicht der sogenannten produktiven Abteilungen immer als lästiges Anhängsel betrachtet wird. Dieses Anhängsel kostet auch noch eine Menge Geld, welches in einer etwaigen vorhandenen Kostenrechnung in oft unergründbarer Art und Weise den einzelnen Abteilungen angelastet wird.

Als Lösungsansatz werden auf dem Markt dialoggesteuerte Softwarehilfsmittel angeboten, welche die Sprachbarrieren abbauen helfen sollen. Die Bedienungsmerkmale für den Sachbearbeiter zeichnen sich vor allem in einer einfachen Bedienung und in einem Checklistensystem ab, welche die Problemlösung in den Vordergrund stellt. Jeder Benutzer wird in einem einfachen Lernvorgang über seine Wünsche befragt. Damit lernt er, daß nur über eine eindeutige Formulierung des Wunsches letztlich der Computer das tut, was der Benutzer erwartet.

Daß bei diesem Vorgang Fehler im Programm auftreten werden, welche der Benutzer an den fehlerhaften aber ihm bekannten Ergebnissen sehr rasch erkennt, führt letztlich in einem iterativen Prozeß dazu, daß die Sachbearbeiter präziser vorausdenken und in letzter Konsequenz exakter arbeiten. Die Summe aller Arbeiten muß vom Betriebsorganisator oder dem Chef auf das richtige Zusammenspiel untersucht werden. Auch bei dieser Tätigkeit, welche unter anderem die richtige Versorgung der Ordnungsbegriffe einzelner Dateien sichert, dient das Werkzeug.

Durch die eindeutige Festlegung der Wünsche und Anforderungen an die Organisation wird es möglich, eindeutige Organisationsstrukturen mit eindeutigen Schnittstellen zu anderen Systemen zu schaffen.

Mit dem Organisierwerkzeug wird nicht nur die Informationsbereitschaft des Betriebes wesentlich erhöht, sondern wird es möglich, jederzeit Betriebsteilfunktionen auf ihre Effizienz zu überprüfen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Durch eine effiziente Betriebsinnenfunktion wird es außerdem möglich, funktionslose Einheiten abzubauen und alle Kräfte auf den Markt zu richten.

Gerade der Marktaspekt des Organisationswerkzeuges ermöglicht eine rasche Anpassung an die heute immer schneller sich verändernden Außenweltfaktoren. Durch eine jederzeit mögliche Änderung, welche die Kosten minimiert, wird dieser Effekt erreicht. Dadurch wird weiter erreicht, daß die Sachbearbeiter verschiedener Abteilungen lernen, eine gemeinsame Sprache in ihrem Denken und Handeln täglich anzuwenden.

Durch eine bessere effizientere Innenorganisation werden zusätzliche Kräfte frei, welche dem Markt und dessen Bewältigung zugeführt werden können.

Die Softwareproduktion durch Automaten ist für das Organisierwerkzeug eine unbedingt notwendige Voraussetzung. Erst dadurch wird es möglich, die Softwareautonomie durch den Sachbearbeiter zu garantieren.

Die Produktion durch einen Programmgenerator mit Eingabe in "natürlicher Sprache" ist heute ein Verfahren, welches grundsätzlich bereits in verschiedenen Varianten Einzelprogramme produzieren kann. Selbstverständlich ist für das Gesamtorganisationssystem die Koordination der Ordnungsbegriffe, der Arbeitsfolge und der Hierarchie-Ebenen Voraussetzung. Viele Details der Produktion von Software in einem automatischen Verfahren sind von der Realisierungsseite her sehr kompliziert, von der Benutzerseite jedoch sehr einfach zu bedienen.

Computerautonomie durch Systematik

Damit wird in Zukunft die Unabhängigkeit des Computers durch Systematisierung der Vorgehensweise erreicht. Durch die Gesamtlösung auf Grund von erfragten Zielvorgaben wird der einzelne Betrieb in seiner Abhängigkeit von Fachleuten verschiedener Disziplinen befreit. Die Geschäftsführungen werden in der Lage sein, ihre Anforderungen zu präzisieren und im gleichen Verfahren als Eingabe für den Organisier und Programmierautomaten vorzubereiten.

Die Computerautonomie durch die Softwareautonomie wird für Betriebe keine Utopie mehr sein vielmehr ist sie heute schon für einige Betriebe zukunftsweisend geworden.