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08.09.1978

Computergesteuerte Kaffeeröstanlage bei Tchibo, Hamburg:"Rio Paradiso" - vom Prozeßrechner gemixt

HAMBURG - Nahezu alle größeren Kaffeeröstereien haben heute ihre Produktion mit Hilfe von Prozeßrechnern automatisiert. Ein renommierter Anbieter von computergesteuerten Kaffeeröstanlagen ist die Probat-Werke von Gimborn GmbH & Co KG, Emmerich. Sie hat bereits 28 Betriebe in Europa mit entsprechenden Anlagen ausgerüstet. So auch Tchibo in Hamburg. Die Hanseaten lassen die Produktion ihres -Gold Mocca, Sana, Rio Paradiso, Family und Neue Milde von einem Sems-Rechner des Typs T 2000 steuern und überwachen.

Wenn der - in Sacken verpackte Rohkaffee per Schiff oder Lkw eintrifft, wird er zunächst gewogen, mit der entsprechenden Sortenbezeichnung versehen und anschließend in einer Zelle des Silos eingelagert. Der Wiegevorgang erfolgt rechnergesteuert über einen an der Behälterwaage angebrachten Meßwertaufnehmer mit Analog-/Digitalwandler.

Die ermittelten sorten- und qualitätsabhängigen Gewichte werden vom Sems- Computer gespeichert. "Dadurch haben die Tchibo-Disponenten jederzeit einen Überblick darüber, welche Kaffeesorten in welcher Menge in den bis zu 70 Zellen eines Silos lagern", berichtet Probat-Hauptabteilungsleiter Wolfgang Scholz. In den Tchibo-Silos gibt es zirka 40 verschiedene Kaffeesorten unterschiedlicher Qualität.

Nach dieser "Eingangsverwiegung" werden Kaffeebohnen der gleichen Sorte, aber unterschiedlicher Qualitätsstufe zu bestimmten Mischungen zusammengestellt. Dadurch erhält man sogenannte "Mittelsorten".

Sie werden in einem bestimmten prozentualen Mischungsverhältnis über "Gattierungs-Waagen" erstellt - wiederum vom Prozeßrechner gesteuert. Der Sems-Computer wurde vorher per Programm genau "instruiert", wieviel Gewichtsprozente er für eine bestimmte Mischung aus welcher Silozelle zu verarbeiten hat.

Die so zusammengestellten Kaffeesorten "mittlerer Qualität" gelangen anschließend in die "Kaffeeküche". In diesem Labor erfolgt ein nochmaliges Mischen nach einem bestimmten Rezept. Endprodukt ist eine Sorte mit einer "den Kunden ansprechenden Geschmacksrichtung" (Scholz). Will heißen: Die in der Kaffeeküche komponierten Sorten sind endgültig. Sie werden anschließend als Sana, Rio Paradiso etc. zur Rösterei transportiert und danach in speziellen Röstsilos zwischengelagert. Unmittelbar nach dem Rösten werden die Bohnen noch einmal gewogen, um die "Einbrandverluste" messen zu können.

Von den Röstsilos führt der Weg schließlich in die Packerei. Die dort installierten Automaten sind mit einer autonomen, vom Prozeßrechner unabhängigen Steuerung ausgerüstet.

Die Tchibo-Hardware umfaßt eine T 2000-Zentraleinheit mit 24 K Worten Ó 19 Bit, einen Protokolldrucker, ein Dialogterminal, entsprechende Interface-Schränke für die Hand- beziehungsweise Notsteuerung sowie mehrere Steuerpulte. Die erforderliche Software hat Probat für die Hanseaten maßgeschneidert - in Assembler.