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13.04.1984 - 

Arbeitsrechtliche Probleme nicht unterschätzen:

Computerheimarbeit im Kreuzfeuer der GPA

WIEN (apa) - Schätzungen zufolge werden in den USA bis zum Jahr 2000 durch den sich ausweitenden Computereinsatz 40 Prozent aller Arbeitsplätze in die Wohnungen verlegt werden. Was auf den ersten Blick attraktiv erscheint, birgt jedoch Gefahren für die Arbeitnehmer in Form von neuen Ausleseverfahren und geringerer Entlohnung in sich, erklärte Dr. Michaela Moritz vom Automatisationsausschuß der Privatangestellten-Gewerkschaft (GPA) beim ADV-Kongreß.

Da kollektive Interessensvertretung und betrieblicher Widerstand bei Heimarbeit entfallen, gebe es geringere Möglichkeiten, sich gegen eine intensivere Kontrolle der Arbeitsleistung und eine Intensivierung der Arbeit zu wehren.

Nicht zuletzt seien mit elektronischer Heimarbeit arbeitsrechtliche Probleme verbunden. Die Unternehmen würden in vielen Fällen versuchen, die Beschäftigungsverhältnisse durch Werkverträge zu regeln, wodurch die in Heimarbeit Beschäftigten den Status von Selbständigen erhalten und dadurch keinen Anspruch auf bezahlten Krankenstand, Urlaub oder Abfertigung haben.

Moritz warnte auch vor den Gefahren der Verbreitung des Bildschirmtext. Allein im Reisebüro- und Bankensektor würden dadurch zehn bis 20 Prozent der Arbeitsplätze wegrationalisiert werden können, da sich dann zahlreiche Tätigkeiten vom Kunden in Selbstbedienung übernehmen ließen.

Paul Kolm, Kollege von Moritz in der GPA, führte in seinem Referat aus, daß die Anwendung der Computer kein Instrument zur Überwindung bestehender Macht- und Herrschaftsverhältnisse darstelle, sondern diese noch verstärke. Generell versuchten die Unternehmen, dem wachsenden Technologieskeptizismus, der von Realängsten wie drohendem Arbeitsplatzverlust oder Belastung durch kontinuierliche Bildschirmarbeit gespeist wird, durch Beteiligung der Betroffenen an der Entwicklung der EDV-Systeme in den Unternehmen zu begegnen.

Allerdings, so Kolm, wird diese Beteiligung meist nur so lange gewährt, wie sie sich in einem von der Geschäftsführung abgesteckten Rahmen bewegt oder deren Erwartungen erfüllt. Um hier Abhilfe zu schaffen, verlangt die Gewerkschaft eine Ausweitung der innerbetrieblichen Mitbestimmung der Arbeitnehmer und den Ausbau der Vetorechte des Betriebsrates. Der Einsatz eines Computers sei kein einmaliger Rationalisierungsschritt, sondern ein kontinuierlich wirkendes Rationalisierungsinstrument.