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30.07.1976 - 

Triumph-Adler:

Computerindustrie flaut nicht ab

NÜRNBERG -"Die Computerindustrie gehört zu den Branchen, die nicht abflauen", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Triumph-Adler-Gruppe, Gerd E. Weers, bei der Bilanzpressekonferenz. Am TA-Gesamtumsatz von rund 600 Millionen Mark sind elektronische Geräte jetzt mit über 50 Prozent, Computer allein mit etwa einem Viertel beteiligt.

Trotz des Bundesbahn-Auftrages über 4900 Terminals könne Triumph-Adler - so Weers - "mühelos noch viel mehr Computer produzieren". Langfristiges Ziel sei es, die kapitalintensive Fertigung in der Bundesrepublik zu belassen, die lohnintensive Fertigung aber nach Bedarf in andere Länder zu verlegen. Die derzeitige Beschäftigtenzahl von rund 10 000 soll nicht vergrößert werden. "Um so viel Menschen ausschließlich in zukunftsorientierten Branchen zu beschäftigen, wären nach heutigem Stand 2 Milliarden Mark Jahresumsatz erforderlich", erklärte Weers. "Eine Umstrukturierung kann deshalb nur langsam und vorsichtig erfolgen."

Computer - um Arbeitskräfte zu sparen

In der Bundesrepublik ist nahezu ein Viertel der Arbeitslosen früher in Büro oder Verwaltung tätig gewesen. Weers: "Kein Wunder, daß man sich bei Neuanschaffung von Büromaschinen Zurückhaltung auferlegt, wenn eine Viertelmillion Arbeitsplätze nicht mehr besetzt ist. Rationalisierungsinvestitionen stehen im Vordergrund. Man disponiert bei Computern, um weitere Arbeitskräfte einzusparen."

Außenhandel paradox

Die Triumph-Adler-Gruppe bezeichnet sich selbst als "erfreuliche Ausnahme in der Büro- und Datentechnik": Ihr Umsatz wuchs 1975 um 5 Prozent während die deutsche Büromaschinenindustrie insgesamt einen Rückgang um 15 Prozent hinnehmen mußte. Als paradox wurde die Tatsache bezeichnet daß die deutsche Büromaschinenindustrie zwei Drittel ihrer Produktion exportierte, während gleichzeitig zwei Drittel des Inlandsbedarfs eingeführt würden.

Zum Gruppenumsatz haben die Adler-Werke 1975 rund 204 Millionen Mark (Gewinn: 4 Millionen) und die Triumph-Werke 317 Millionen Mark (Gewinn: 10 Millionen) beigetragen. Zusammen mit der englisch-amerikanischen Royal-Imperial-Gruppe, die ebenfalls zum US-Konzern Litton gehört und mit der Triumph-Adler einen Management-Vertrag hat, wurde im vorigen Jahr ein Gesamtumsatz von mehr als 1 Milliarde Mark erzielt. Auf längere Sicht gesehen will Triumph-Adler, die im vorigen Jahr schon die Litton-Computer-Vertriebs-Firmen in Italien, Frankreich, England und Australien übernommen hatte, auch die Royal-Imperial-Organisation von der Mutter kaufen. -py