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27.03.1981

Computerinformation via Satellit: OPEC-Transfer von Wien nach Bali

WIEN/BALI (to) - Sowohl "Electronic Mail" wie "papierloses Büro" bereits in die Praxis umgesetzt zu haben, brüstet sich die Computer-Technik und Automation Ges.m.b.H. (C.T.A.), Wien. Sie haben ein weltumspannendes Nachrichtennetz für die "Organisation of the Petroleum Exporting Countries" (OPEC) auf einem Computer der Serie PDP-11 realisiert. Zentrale, der mit dem Namen "Opecna" bezeichneten Nachrichtenagentur, wird Wien sein.

Aufgabe des Nachrichtenübermittlungssystems ist, nach Aussagen der OPEC, Bestrebungen der Dritten Welt zu unterstützen, den Informationsfluß zwischen den Industrienationen und den Entwicklungsländern auf der anderen Seite in ein besseres Verhältnis zueinander zu setzen. Spezielle Nachrichtenagenten der 13 OPEC-Mitgliedsstaaten sollen von den verschiedenen nationalen Informationszentren aus neue Daten an die Zentrale in Wien senden, von wo sie aus 70 Ländern in allen fünf Kontinenten abgerufen werden können.

Auch sollen durch einen griffbereiten Datenbestand Mißverständnisse, die sich durch gewisse Umstände immer ergeben können, vermieden werden.

Auch dafür, daß die breite Öffentlichkeit ein objektiveres Bild von den wirtschaftlichen Vorgängen in der Dritten Welt bekommt, soll die Agentur sorgen.

Opecna wird sich von anderen Nachrichtenagenturen hauptsächlich dadurch unterscheiden, daß die Information energiebezogen und in Zusammenhang mit der gesamten Weltwirtschaft präsentiert wird.

Das Message-Switching-System 'Opecna' setzt sich aus den vier Teilen Fernschreibkonzentrator "Telfs- 11", Textverarbeitungssystem "Texva-11", Datenstruktursystem zu Files-11 "Daty-11" und dem Mailboxsystem "Mail-11" zusammen. Das System konzentriert, speichert, verwaltet, erstellt, korrigiert und vermittelt Fernschreiben aller Art.

Empfangene Fernschreiben werden auf Magnetplatte gespeichert und automatisch auf ein bis zwei Schnelldruckern, die mit dem Operatorprogramm für jede Leitung festgelegt werden können, ausgedruckt. Sie können nun jederzeit korrigiert und ergänzt werden.

Dazu steht ein komfortables Textverarbeitungssystem mit Benützerführung zur Verfügung. Nach der Erstellung von beliebig vielen Probedrucken in den Korrekturphasen können die so modifizierten Telegramme durch das Fernschreibsystem versandt werden.

Zur Aufnahme von allgemeinen Files- 11-Datenbeständen in das Message-Switching-System ist ein Data-Entry-System vorgesehen. Mit ihm ist es möglich, Datenbestände von der Magnteplatte in das Opecna-System zu integrieren oder auch zu extrahieren.

Das Mailboxsystem, zum Teil ein integrierter Bestandteil des Textverarbeitungssystems, ist zum unmittelbaren Nachrichtenaustausch von zwei oder mehreren Partnern mit Bildschirmgeräten gedacht und ist auf die elektronische Textverarbeitung abgestimmt.

Der Texteditor erfragt nach Erkennung eines Nachrichtennamens die Adressaten. Meldungen werden beim Empfang auf richtiges Format kontrolliert und auf Magnetplatte gespeichert. Formatrichtige Meldungen mit gültigen Adressen werden automatisch an die Empfänger weitergeleitet.

Die Adressaten können einzelne Benützer, Tätigkeitsgruppen (Sekretärinnen) oder auch Abteilungen (Buchhaltung) sein. Ebenso sind auch Verknüpfungen von Abteilung und Tätigkeitscode möglich (an alle von der Buchhaltung und an alle Verkäufer etc.).

Die Empfänger bekommen nun durch Eintippen eines Befehles und ihrer Klausel (nur dem Empfänger bekanntes Codewort) die Nachrichten in Prioritätsreihung am Bildschirm angezeigt. Nach Anzeigen einer Nachricht am Bildschirm wird der Benützer gefragt, ob er eine ausgedruckte Kopie haben möchte. Der Absender einer Nachricht hat jederzeit die Möglichkeit nachzusehen, wer die Meldung schon erhalten hat.

Durch die Optionen von Mail-11, so glaubt C. T. A., kann die Flut von Notizen und Mitteilungen in Mittel- und Großbetrieben erheblich kostensparender bewältigt werden.

Texterstellung

Das Textverarbeitungssystem Texva-11 ist auf das dem Verwaltungsprogramm zugrundeliegende Betriebssystem RSX-11M abgestimmt. Es steht auch für die Dateiverwaltung und den Zugriffsschutz zur Verfügung.

Auch wurde auf eine lückenlose Aufwärtskompatibilität geachtet, so daß eine Erweiterung der Struktur bis auf 100 Stationen der PDT-Terminal-Serie möglich ist. Ohne Erweiterung des Systems können zur Zeit bis 20 Stationen angeschlossen werden.

Das Textsystem besteht im wesentlichen aus den Hauptprogrammen Stammdatei-Erstellung, Texteditor sowie dem Druckmodul zum Erstellen individueller Briefe und Sammelsendungen.

Dazu gibt es noch eine Reihe von Hilfsprogrammen, wie ein Informationsprogramm über die zu einem Sammelaussendungsschlüssel gehörenden Kunden oder ein Programm zum Hinzufügen von neuen Silbentrennungsausnahmen. Ebenso ist es möglich, empfangene Texte an eine vordefinierte Anschrift oder mittels zu definierender Adreßkodierung gleichzeitig an verschiedene Stellen weiterzuleiten.

Das Fernschreibkonzentrator-Programm besteht aus einer Reihe von Prüf- und Verwaltungsmoduln, die den Telexverkehr über Multiplexleitungen regeln. In einer Warteschlange werden dabei die anstehenden Fernschreiben abgearbeitet, sofern

die Leitung nicht durch Empfang belegt ist.

Dabei wird der Code vom normalen

FS in ASCII transferiert und nach Erkennen des Telex-Ende-Zeichens an ein File-Erstellungsprogramm weitergegeben. Diese bewerkstelligt die Aufzeichnung auf Magnetplatte in einem dafür reservierten Bereich.

Ein Kommunikationsprogramm sorgt für die zentrale Verwaltung der Warteschlangen. Die Namen der hereinkommenden Telegrammfiles werden mit den der Empfangsleitung zugeordneten Druckerleitungen in die Druckerqueue gestellt und der Druckermodul aktiviert. Ebenso stellt er alle Druckanforderungen des Texteditors sowie des Print-Telex-Programms in die Druckerqueue. Modifizierte oder neu erstellte Fernschreiben werden nach Anforderung durch den Send-Telex-Modul in die Fernschreibqueue eingereiht und verteilt.

Über ein Operatorprogramm schließlich lassen sich die Fernschreibleitungen zum und vom Rechner öffnen und schließen, Ausgabeleitungen setzen sowie Informationen über einzelne oder alle Leitungen anfordern.

Informationen: Computer-Technik und Automation Ges.m.b.H., Ketzergasse 364, A-1238 Wien, Tel.: 02 22/88 52 61.