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03.04.1981 - 

Die politischen Kosten der Datenverarbeitung:

Computerliste erhöht Glaubwürdigkeit

FRANKFURT (cw) - Verschiebt die Verfügungsmacht über das Instrument Datenverarbeitung die Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung? Unterstützt der Computer im politischen Bereich gerade solche Institutionen; die schon längst fragwürdig geworden sind? Die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung hat in Zusammenarbeit mit dem Campus Verlag, Frankfurt/New York, eine Reihe eröffnet, die sich mit solchen Fragen befaßt.

Die Umwelt des Politikers und damit sein Kompetenzbereich wird immer komplexer. Seine persönlichen Erfahrungen halten mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Diese Lücke füllt nach den Überlegungen, die Paul Kevenhörster in seinem Beitrag "Synthetische Informationen und die Orientierung des Politikers" in dem von der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung herausgegebenen und bei Campus erschienenen Band "Die politischen Kosten der Datenverarbeitung" anstellt, die mittels EDV erstellte Statistik oder das Simulationsmodell.

"Mit Hilfe der DV erstellte Informationen haben (noch) gewiß von vornherein eine erhöhte Glaubwürdigkeit und Legitimation", urteilt Friedhelm Wollner in einem anderen Aufsatz. Die Veränderungen von Bewußtsein und damit auch von politischen Handlungsspielräumen, die sich aus der durch den Einsatz von Computern veränderten Quantität und Qualität von Informationen ergäben, reichten nicht sehr viel weiter. Immer mehr Mengenangaben und formalisierte Darstellungen rutschten in die Sprache der Politiker. Die erklärungsbedürftige und teure Datenverarbeitungsanlage führe zu einer Zweiteilung der Gesellschaft - "in die Wenigen, die solche Informationen haben verstehen und erstellen lassen können und in die Vielen, die sie nicht haben - auch keinen Zugang - und sie nicht erstellen lassen können".

Jürgen Reese, Sibylle Brückel, Winfried Heinrich, Paul Kevenhörster, Helmut Krauch, Friedhelm Wollner: Die politischen Kosten der Datenverarbeitung. Herausgegeben von der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, Bonn. 1979. 215 Seiten, 32 Mark. ISBN 3-593-32494-6.