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COMPUTERWOCHE(N) schau

20.04.1979

"Freunde und Mitarbeiter" informiert die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH, Ottobrünn bei München, mit ihrer Hauspostille "spektrum" über IABG-Interna. Der neuesten Ausgabe (5. Jahrgang 1/79) haben wir die folgende Notiz, betitelt "IBM-Rechenanlage", entnommen:

Die im Rechenzentrum installierte Zentraleinheit IBM/370-138 soll gegen das System 4341 ausgetauscht werden, dessen Erstauslieferung von IBM für Anfang 1980 angekündigt ist.

Die neue Zentraleinheit weist wesentliche Verbesserungen gegenüber der 3138 auf. Dazu gehören:

- besseres Preis-/Leistungs-Verhältnis

- höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit

- Verdoppelung der bisherigen Hauptspeichergröße auf zwei Megabyte und

- erweiterte Anschlußmöglichkeiten für Teminals zur Dialogverarbeitung.

Die größere Hauptspeicherkapazität ermöglicht außerdem den Einsatz einer speziellen "virtuellen Maschine" zur Verarbeitung von Daten, die besonderem Datenschutz unterliegen.

Schließlich verspricht sich die IABG durch das von IBM angekündigte IPO-Konzept eine Reduktion des Personalaufwandes bei der Implementierung neuer Betriebssystemversionen.

Bundesdeutsche Softwarehäuser haben nach der Ankündigung der IBM-Rechner 4300 ihre Werbung verstärkt. Daß die neue IBM-Software-Strategie (Unbundling, IPO) die Marktmöglichkeiten der Anbieter von 370-kompatibler Software beeinträchtigt, wird nicht mehr geleugnet, sondern offen ausgesprochen. So befaßt sich der "Softainer", eine Veröffentlichung der ZEDA, Gesellschaft für Datenverarbeitung und EDV-Beratung mbH & Co. (Wuppertal), nahezu ausschließlich mit der 4300. Auszug:

Warum brachte IBM die 4300-Rechner?

Mittelfristig hätten die IBM-kompatiblen Hersteller aufgrund ihres Vorsprungs im Preis-/Leistungs-Verhältnis mehr Erfolg gehabt, als der IBM lieb sein konnte. Deshalb zog IBM mit einer neuen Rechnerfamilie bereits bekannter Tehnologie nach, um mit niedrigeren Preisen bei gleichzeitig höherer Leistung den Mitbewerbern Paroli bieten zu können. Diese Rechner reichen in der Leistungsfähigkeit an die /148 und /158 der Serie 370 und auch an die 3030-Rechner heran.

Um zu verhindern, daß jeder 370-Anwender nun schnellstens danach trachten würde, diese Vorteile der offensichtlich billigeren Neu-Hardware zu nutzen, deklamiert IBM besonders die 4331 als Zusatzrechner.

ZEDA hat niemals eine deutlichere Anerkennung für ihre Leistung erhalten als durch dieses Announcement des Marktführers! Im Klartext sagt IBM ihren Kunden: Setzt weiterhin die /115-und/125-Anlagen als Batch-Rechner ein und realisiert DB/DC auf einer zusätzlichen Anlage. Auf einer zusätzlichen Anlage, die zweifelsfrei kostengünstiger ist, aber nichtsdestoweniger doch einen zusätzlichen Kostenfaktor darstellt.

Der IBM-Kunde im Konflikt

Der eine Teil der Kundschaft setzt nun wirklich alles daran, die vorhandene 370-Anlage durch einen 4300-Rechner abzulösen. Wessen Mietverträge beziehungsweise Abschreibungen 1980 auslaufen, ist hiermit gut beraten. Einige Anwender, deren Mietverträge noch länger laufen, lassen sich jedoch auch nicht durch hohe Ablösesummen schrecken, schnell umzusteigen, weil sie sich immer noch eine gute Rendite ausrechnen. Der andere Teil der Kundschaft geht im Extremfall so weit zu sagen: "Jetzt lease ich meine alte Anlage. "

Denn "Vorkonfigurationen" sollen ergeben haben, daß der Einsatz der neuen IBM-Hard- und -Software nicht unbedingt zu deutlichen Einsparungen führt. Wie groß wird die Schar der Anwender sein, die in Ruhe das Auslaufen ihrer heutigen Verträge abwartet?

Wie sich bisher zeigt, akzeptieren die IBM-Kunden die neue Rechnerfamilie. Doch es scheint die Auffassung zu überwiegen, die 4300 nicht als Zusatzsystem einzusetzen.

Konsequenzen für ZEDA-Systemsoftware?

Die DB/DC-Software der IBM bleibt unverändert. Das heißt: Weiterverwender der /115- bis /135-Anlagen können nur dann DB/DC-Anwendungen realisieren, wenn sie den Leistungsvorsprung der ZEDA-Software nutzen. Denn schon heute besteht für sie die Notwendigkeit, Datenbanken und Teleprocessing für integrierte Anwendungen zu implementieren. Sie können dies ohne zusätzliche Hardware tun. Und sie brauchen nicht zu warten, bis sie auf einen 4300-Rechner umstellen können.