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29.10.1993

COMPUTERWOCHE-Round-table diskutiert Probleme der DV-Schulung Die Weiterbildung muss kuenftig Thema der Tarifparteien werden

MUENCHEN (hk) - Gewerkschaften und Arbeitgeber sollten nicht nur ueber Gehaltserhoehungen und Arbeitszeitverkuerzungen verhandeln, sondern sich staerker als bisher dem Thema Weiterbildung widmen, forderte Felix Bermuth, Mitglied der DEC-Geschaeftsleitung, anlaesslich eines Round-table-Gespraechs der COMPUTERWOCHE in Muenchen.

Der Wille der Beschaeftigten, sich staendig weiterzubilden, sei angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation sehr gross, hat der Digital-Chef beobachtet: "Die Mitarbeiter sind bereit, ueber den Erwerb einer neuen Qualifikation neue Aufgaben zu uebernehmen."

"Noch aber ist ein Teil dessen, was angeboten wird, nutzlos" eroeffnete Siemens-Weiterbildungs-Manager Heinz Arzberger die CW- Diskussionsrunde zum Thema DV-Weiterbildung, an der sowohl Anbieter als auch Anwender teilnahmen. Es sei nichts Ungewoehnliches, wenn Teilnehmer selbst nach dem Besuch des dritten Word-Kurses das Gelernte nicht in der betrieblichen Praxis umsetzen koennten. Firmen bevorzugten deshalb zunehmend Inhouse- Schulungen, in der Hoffnung, den Wissenstransfer eher zu gewaehrleisten.

Welchen Herausforderungen sich die Trainingsanbieter zu stellen haben, zeigte Hypo-Bank-DV-Manager Heinz Bickert an einem konkreten Beispiel aus seinem Unternehmen. Innerhalb kurzer Zeit muessen 8000 Bankangestellte sowohl von der DV-technischen Seite als auch vom Verhalten (kundenorientiertes Denken) her geschult werden. Er, Bickert, kenne noch keinen Seminaranbieter, der hier weiterhelfen koenne.

Ralf Karabasz glaubt nicht, dass ein einziger Anbieter ein so komplexes Problem allein loesen koennte. Deshalb arbeite sein Unternehmen, die Synergie GmbH in Meckenheim, projektbezogen mit den unterschiedlichsten Partnern zusammen. Wichtig sei allerdings, darauf wies Dieter Hampel hin, dass der Anbieter die Probleme des Anwenders kenne, um dann entsprechend vorgehen zu koennen: "Die gleiche Software muss im Krankenhaus anders geschult werden als bei einer Versicherung." Der Geschaeftsfuehrer der Deutschen Privaten Finanzakademie fuer Computerausbildung glaubt, dass sich der Trainer in Zukunft noch staerker zum Berater entwickeln wird, der, ergaenzte Karabasz, zum Beispiel den Bedarf erkennt, wie und mit welchen Methoden Teilnehmer zu schulen sind.

"Ein guter Dozent zeichnet sich dadurch aus, dass er den Job des Anwenders versteht", meint Anette Brennert, Inhaberin der Bildungagentur Hamm. Er muesse aber auch Veraenderungsprozesse initiieren koennen. Stephan Wawrzinek dagegen haelt nicht viel von der Forderung nach einer neuen Trainerqualifikation. Sein Unternehmen, die Integrata AG, habe von Anfang an den Praxisbezug und das Beratungs-Know-how der Dozenten in den Vordergrund gestellt. Es komme darauf an, "das Zusammenbinden von DV-Projekten und Weiterbildung" umzusetzen.

Ziel muss sein, sekundiert DEC-Mann Bermuth, die Weiterbildungsfaehigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. Ungeloest bleibt allerdings das Problem der aelteren Kollegen, glaubt Norbert Ruppenthal. Fuer den Rodenstock-DV-Leiter ist es unverstaendlich, dass die Betriebe das Know-how dieser Beschaeftigten nicht nutzen (Ein ausfuehrlicher Bericht zum CW-Round-table folgt in einer der naechsten Ausgaben).