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16.04.1993 - 

CICS-Anwender kaempfen um Fortbestand des Dump-Analyse-Tools

Compuwares Eyewitness-Politik bringt Benutzer auf die Palme

"Compuware will uns zu horrenden Preisen ihre schlechteren Produkte andrehen, das ist der Gipfel", protestiert Erwin Schaefer, Systemprogrammierer bei der Amag AG, Buchs bei Zuerich. Das von der Landmark Systems Corp., Vienna, Virginia, entwickelte Eyewitness kommt bei der Fehlerdiagnose in IBMs Custom Information Control System (CICS)-Umgebungen zum Einsatz. Mit dem Tool koennen Anwender sowohl System- als auch Transaktions-Dumps analysieren und editieren. Viele User sind von Eyewitness seit Jahren ueberzeugt - besonders wegen der uebersichtlichen Oberflaeche und der leichten Bedienbarkeit. Zu den Fans des Ex-Landmark-Produkts gehoert auch Horst Grunenberg, Leiter der DV-Abteilung bei der Deutschen Bau und Boden Bank, Mainz: "Fuer mich gibt es kein vergleichbares Produkt. Eyewitness ist bei uns beliebt."

Um so schwerer wiegt nach Ansicht der betroffenen User die Entscheidung der Compuware Corp., die Entwicklung und den Support des Dump-Utilities nicht mehr zu unterstuetzen. Statt dessen will das Unternehmen zum Aerger der Benutzer seine eigenen Analyse-Tools "Radar" und "Abend-aid" an den Mann bringen. Die Anwender jedoch sind mit dieser Produktpolitik nicht einverstanden. "Wir haben Eyewitness und Abend-aid getestet, und dabei war Eyewitness eindeutig das bessere Produkt", so Schaefer. Wie der Schweizer Systemprogrammierer weiter mitteilt, waere ein Einlenken durchaus denkbar gewesen: "Wenn Compuware uns nur eine einzige Funktion ihrer eigenen Tools haette nennen koennen, die besser ist als bei Eyewitness, haetten wir es noch verstanden." Aber nicht einmal die Kombination beider Compuware-Produkte kann Eyewitness den Benutzern zufolge das Wasser reichen.

Doch nicht nur die schlechtere Funktionalitaet von Abend-aid und Radar erzeugt jetzt Sturheit bei den Anwendern. Da der Preis fuer CICS-Analyse-Tools von der CPU-Groesse abhaengig ist, kommt es zu Schwankungen der Preise fuer die Anschaffung der Compuware-Utilities.

Die Anwender muessen kraeftig draufzahlen

Ein vom Unternehmen offeriertes Sonderangebot ist fuer viele User nicht akzeptabel: Das Unternehmen aus Michigan will den Kaufpreis von Eyewitness bei einem Erwerb von Compuwares Analyse-Tools vergueten. Jedoch sind die beiden Utilities Insider-Angaben zufolge bis zu sechs- bis siebenmal teurer als Eyewitness. Empoert sich Horst Rose, DC-Administrator bei der Iduna-Nova-Versicherung, Hamburg: "Wir muessen ganz kraeftig draufzahlen." So ist beispielsweise bei einem Geldinstitut eine rund 50 000 Mark teure Eyewitness-Version im Einsatz. Fuer das System-Dump-Utility "Abend-aid" und das Paket zur Transaktionsanalyse "Radar" sind dagegen etwa 200 000 Mark zu bezahlen.

Ein Wechsel zu einem adaequaten Produkt eines anderen Herstellers ist fuer viele CICS-Anwender indes kaum moeglich, weil der Markt fuer solche Tools klein ist. Deshalb sind sich die CICS-Anwender einig: Das Geschaeftsgebaren von Compuware ist unzumutbar. Ausserdem habe das Unternehmen mit dieser Produktstrategie den einzigen Konkurrenten eliminiert. "Die Monopolstellung ist eindeutig", so Grunenberg. Der Mainzer Anwender hat denn auch das Kriegsbeil bereits ausgegraben: "Ich werde mit Compuware keine Geschaeftsbeziehungen mehr eingehen." Dazu ein Benutzer aus Kassel, der nicht genannt werden moechte: "Irgendwie wird einem das Messer angesetzt." Ein ehemaliger Mitarbeiter von Compuware, der ebenfalls anonym bleiben will, erinnert sich: "Das ist die Firmenphilosophie von Compuware. Das Unternehmen hat dasselbe bereits frueher mit einem Filehandlings-Tool gemacht, um Mitbewerber vom Markt zu draengen."

Auch schriftliche Beschwerden diverser Benutzer an Compuware brachten bislang keinen Erfolg. Jetzt wollen sich die Anwender auf User-Treffen verstaendigen. Bei einem Meeting am 15. April bei der Westdeutschen Landesbank in Duesseldorf soll gemeinsam die kuenftige Vorgehensweise diskutiert werden. In der Schweiz fand eine solche Tagung bereits statt.

Trotz wiederholter Nachfrage bei der Geschaeftsfuehrung der Duesseldorfer Niederlassung von Compuware war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.