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15.10.1999 - 

Telecom 99/Joint-venture von BT und AT&T kurz vor dem Start

Concert schielt auf internationale Geschäfte

GENF (IDG) - Kleiner Rückschlag für British Telecom (BT) und AT&T. Das Duo wollte am Genfer See sein Joint-venture "Concert" medienwirksam aus der Taufe heben. Doch die Inszenierung hatte einen Schönheitsfehler. Noch fehlt die Zusage der US-Kartellbehörde FCC. Trotzdem geben sich die Mütter und Concert-Chef David Dorman optimistisch, im internationalen TK-Geschäft die erste Geige zu spielen.

Für das Topmanagement von AT&T, BT und Concert ist die Zusage der amerikanischen Wettbewerbshüter nur noch reine Formsache. Das Gemeinschaftsunternehmen, das multinationalen Kunden weltweit TK-Services aus einer Hand anbieten will, steht, so die Botschaft in Genf, in den Startlöchern. Wie Dorman mitteilte, sind Concert-Dienste aus dem Stand für 30000 Geschäftskunden verfügbar, die BT und AT&T in die Ehe einbringen. Allerdings wird Concert sich nur auf die Betreuung der rund 300 multinationalen Konzerne konzentrieren, während die Mütter die übrigen Geschäftskunden bedienen, dabei aber auf Services von Concert zurückgreifen.

Schnelle Investition in IP-Netzinfrastruktur

Mit seinem Angebot richtet sich Concert gegen die Konkurrenten MCI-Worldcom und Global One. Dorman machte auf der Telecom ''99 keinen Hehl daraus, aus der Gesellschafterkrise bei Global One Kapital schlagen zu wollen (siehe Seite 12: "Management von Global One krempelt die Ärmel hoch"). "Die Verunsicherung der Kunden ist uns bei unserem Marktstart sehr nützlich", sagte der CEO und hofft, Global One Mandanten abjagen zu können.

Auch AT&T-Boß Michael Armstrong konnte sich in Genf einen Seitenhieb auf Global One nicht verkneifen. Er bezeichnete es als Vorteil, daß bei Concert nur zwei Teilhaber existieren und keine Überkreuzbeteiligung wie im Fall von France Télécom und Telekom bestehe. Entscheidend, so Armstrong, sind gemeinsame Visionen und Strategien der Partner.

Wie Dorman mitteilte, haben sich AT&T, BT und Concert darauf verständigt, das weltweite Netzwerk des Joint-ventures auf Basis des Internet Protocol aufzubauen. Derzeit erstreckt sich das IP-Network auf 22 Städte in 17 Ländern. Die Reichweite soll bis Anfang nächsten Jahres verdoppelt werden. Laut Armstrong sind zunächst Investitionen in Höhe von rund drei Milliarden Dollar in IP-Technologie geplant. Ergänzt wird das IP-Netz von Concert durch Glasfaserstrecken von insgesamt 75000 Kilometer Länge, die von den Mutterkonzernen stammen. Zusammengerechnet verbindet dieses Netzwerk 1000 Städte in 180 Staaten der Erde.

Das Concert-Management rechnet im ersten Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar. In dieser Summe sind die Einnahmen aus dem Geschäft der bisherigen BT-Tochter Concert sowie den vergleichbaren Aktivitäten von AT&T enthalten, das letztes Jahr das Datennetz von IBM samt Kunden kaufte. Außerdem werden die Umsätze eingerechnet, die diese Kunden im internationalen Verkehr in den Netzen von AT&T sowie BT generieren. Neben dem weltweiten Angebot von Sprach-, Daten- und Internet-Diensten beabsichtigt Concert auch, im Outsourcing-Betrieb Unternehmensnetze zu managen.