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Chapter-eleven-Schutz bis auf weiteres verschoben


08.02.1991 - 

Concurrent mit Bondholdern einig - Banken zögern noch

TINTON FALL/MÜNCHEN (see) - Der finanziellen Rettung einen Schritt näher gekommen ist die Concurrent Computer Inc.: Die Gläubiger akzeptierten die Umwandlung ihrer Schuldentitel in neue Aktien des Unternehmens und nachrangige Schuldverschreibungen. Die Zustimmung der Concurrent-Hausbanken zu dem Sanierungspaket steht hingegen noch aus.

Drei der insgesamt sieben Obligationäre hatten Ende letzten Jahres den Antrag gestellt, den Hersteller von parallelen Echtzeit-Rechnersystemen unter Konkursschutz nach Chapter eleven zu stellen, falls nicht bis zum 22. Januar 1991 eine Umschulungsregelung getroffen würde Durch die jetzt erzielte Einigung erhalten die sieben Obligationäre - sie besitzen Schulden-Bonds des Parallel-rechner-Herstellers in Höhe von 110 Millionen Dollar - 70 Prozent des Unternehmenskapitals, je zur Hälfte als stimmberechtigte Aktien und als nachgeordnete Schuldverschreibungen. Diese wären Ende 1997 fällig; in den ersten drei Jahren sollen die Zinsen darauf in Form weiterer Schuldverschreibungen gezahlt werden.

Den Concurrent-Hausbanken Midlantic National Bank, Barclays Bank Plc. und Bank of New England wurde nach Unternehmensangaben der Vorschlag unterbreitet, die laufenden kreditlinien innerhalb von fünf Jahren komplett zurückzuzahlen. Bisher muß der Hersteller noch von einem Tilgungsziel im Sommer 1991 ausgehen. Zusätzlich, so Joe Sicilian, Vice-President of International Marketing, bemühe man sich über das Bankenkonsortium um einen Revolving-Kredit (Kreditlinie mit laufend wechselnden Geldgebern).

Im Anschluß an die Einigung mit den Bond-Inhabern, so Sicilian weiter, habe man zusammen mit der Bank of New England als Konsortialführer die Zukunftspläne des Unternehmens detailliert bewertet und einen Finanzierungsentwurf für die kommenden Jahre ausgearbeitet. Einige Punkte dieses Entwurfes, erläuterte der Manager, stelle man sich bei Concurrent "etwas anders" vor, jedoch biete die grundsätzliche Haltung der Banken Anlaß, eine schnelle Einigung zu erwarten. Die Inhaber der Anleihen würden in diesem Fall ihren Chapter-eleven-Antrag zurückziehen.

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (31. Dezember 1990), dessen Ergebnisse erst im Verlauf dieser Woche bekanntgegeben werden sollen, hat Concurrent nach Sicilians Darstellung die Vorgaben bezüglich Umsatz und Auftragseingang übertroffen, auf deren Basis die Verhandlungen mit den Banken aufgenommen worden seien. Dennoch werde das Quartal unter dem Strich einen Verlust aufweisen, der auf Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen sei.

Die im letzten Jahr aufgetretenen Zahlungsschwierigkeiten seines Unternehmens führte Sicilian in erster Linie auf Einbußen im Verteidigungssektor zurück. Concurrent, so der VicePresident, generiere zirka 40 Prozent seines Umsatzes mit militärischen Auftraggebern.